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Vogelpfad Carlsfeld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vogelpfad Carlsfeld

Der Wachtelkönig

Wachtelkönig

Foto: Jan Gläßer, Grießbach

„Wiesenschnarrer, -knarrer oder –schnarcher, Grasrätscher, Schnärz, Krätzer, Gerstenratzer, Sensenwetzer – als der Wachtelkönig noch alltäglich war, fehlte es nicht an volkstümlichen Bezeichnungen für den Vogel, der fast nie zu sehen, aber auf keinen Fall zu überhören ist.“
Ulrich Schmid, „Vögel. Zwischen Himmel und Erde“

„Für gewöhnlich sieht man ihn nicht oder man erblickt ein dunkles Etwas, das mit staunenswerter Schnelligkeit mit einer von Gras entblößte Fläche ins jenseitige Wiesenstück schießt und dabei viel eher einer Ratte als wie einem Vogel ähnlich sieht.“
Curt Floericke, „Naturgeschichte der deutschen Sumpf- und Strandvögel“,1897, aus Ulrich Schmid, „Vögel. Zwischen Himmel und Erde“

„Vor ihren Raubfeinden sind Wachtelkönige durch ihre verborgene Lebensweise relativ geschützt. Vor dem Mähder mit Sichel oder Sense konnten sie noch fliehen. Vor dem Landwirt mit der Mähmaschine gibt es kein Entrinnen. Je nach Wetter mäht er die Wiese um die Zeit, in der die Wachtelkönigin entweder noch brütet oder bereits ihre Nestlinge spazierenführt. Schnell soll es gehen mit dem schnellen Kreiselmäher, wer weiß, wie lange das Wetter noch hält. So fährt er von außen kreisend zur Wiesenmitte hin, so daß er die Deckung suchenden Vögel auf die letzte Grasinsel treibt, auf der sie schließlich vom Mähwerk erfaßt werden und ein Festmahl für die Aaskrähen abgeben. Hoch oben in der Kabine seines Traktors vor dem Mäh-Ungeheuer kann er das Drama, das sich am Wiesengrund abspielt, weder hören noch sehen. Die hohen Warnrufe der Wachtelkönigin, die schrillen Angstrufe der Küken gehen im Maschinenlärm unter. Wahrscheinlich weiß er noch, wie seine Vorfahren den Wachtelkönig nannten, aber sich, wie diese, in diesem zu sehen, kann niemand von ihm verlangen.“
Anita Albus, „Von seltenen Vögeln“