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Vogelpfad Carlsfeld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vogelpfad Carlsfeld

Die Amsel

Amsel

Foto: Jan Gläßer, Grießbach

Größe: 24-27 cm
Aussehen:         
Männchen: schwarzes Gefieder, gelber Schnabel
Weibchen: dunkelbraunes Gefieder
Nahrung: Regenwürmer, Käfer, Schnecken, Spinnen, Beeren, Früchte, Amphibien, Kleinsäuger
Lebensraum: Wälder, Feldgehölze, Streuobstwiesen, Gärten
Brutzeit: März-Juli (2-3 Jahresbruten)
Eier: 3-6
Zugverhalten: Standvogel

„Doch die Amseln! Sie sangen auch hier, als blühten sie.“
Arnold Stadler, „Was ist Glück? Nachher weiß man es“

„Hubert, unsre das Licht der Sonne aussingende Amsel, sitzt auf der höchsten Spitze der großen Scheinzypresse. Vor dem licht abendblauen Himmel hat das dunkle, doch genaue Profil des Körpers des Sängers symbolischen Charakter. Unbegreiflich, wie die kleine Kreatur die den ganzen weiten Garten durchhallenden grellen, scharfen, sanften, melodischen Töne hervorbringt, bald Lied, bald Schrei. Der ganze Garten mit allen seinen Pflanzen und Tieren scheint zu lauschen, hört man doch keine anderen Laute. Die Sonne ist unter, noch tönt der Vogel, wie mir scheint, sanfter, ruhiger, er dämmert. Nach spätestens einer halben Stunde verstummt die Stimme der Amsel. Unterdessen ist es nahezu dunkel geworden. Am soeben noch blendend strahlenden, dann balb mählich, bald abrupt erlöschenden Himmel ist eine sehr dunkle Wolkenwand aufgestiegen. Geballte, bedrohliche Formationen, Wetterleuchten, dann einige Blitze, fernes Donnergrollen. Hubert weg gleich einem Geist.“
Erika Burkart (1922-2010), „Am Fenster, wo die Nacht einbricht. Aufzeichnungen“

„Tiertod. Eine schöne Amsel ist ertrunken im Wasserkesselchen, darin Ernst das Überlaufgeträufel der Schlauchvorrichtungen einfing. Die Dürstende hat die Distanz vom Kesselrand zum Wasserspiegel unterschätzt; vermutlich ist sie kopfunter ins Wasser gestürzt, von dem sie sich Labung erhoffte. Der enge Kessel muss ihr zum Gefängnis geworden sein, aus dem sie sich, erbärmlich flatternd Flügel schlagend, nicht retten konnte. Vielleicht war es der Vogel, der jeden Abend auf dem Wipfel der Scheinzypresse sang, uns und dem ganzen weiten Garten zur Freude. – Lebenswasser – Lethe.
Die schwarzen Schwingen ausgebreitet, lag sie, das Gesicht nach unten auf dem Wasser.“

Erika Burkart (1922-2010), „Am Fenster, wo die Nacht einbricht. Aufzeichnungen“