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Natur(a) im Erzgebirge

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Natur(a) im Erzgebirge

Das westliche Erzgebirge (ehemaliger Landkreis Aue-Schwarzenberg) im Detail

Schwarzenberg

Schwrzenberg

Zur Stadt Schwarzenberg gehören neben dem Hauptort selbst folgende Ortsteile: Bermsgün / Jägerhaus »
Erla / Crandorf »
Grünstädtel »
Pöhla »

Naturbesonderheiten (Auswahl):

FFH-Gebiet "Schwarzwassertal und Burkhardtswald"
FFH-Gebiet "Pöhlwassertal und Wernitzbächel"
FFH-Gebiet "GrIesbachgebiet" (siehe Lauter-Bernsbach)
NSG "Conradswiese" (siehe Lauter-Bernsbach)
NSG "Wettertannenwiese"
NSG "Schieferbach"
Flächennaturdenkmal „Ochsenwiese“
Naturdenkmal „Ulme im Park Herrenhof“
Naturdenkmal „Linde am Eduardstein“
Naturdenkmal „Neunstämmige Buche“
Naturdenkmal „Linde St. Georgenkirche“
Naturdenkmal „Königseiche“
Pöhlwassertal

Geeignete Themenwege:

Themenweg 13: „Schwarz- und Pöhlwassertal. Von Flüssen, Bächen, Bergen und Bäumen.“ (Startpunkt am Parkplatz an den Kleingärten in Antonshöhe)
Themenweg 14: „Zwischen Lauter und Schwarzenberg. Von Wäldern, Wiesen und naturnahen Bächen.“ (Startpunkt am Parkplatz an der Auffahrt zur Morgenleithe)

Schwarzenberg

Schwarzenberg

„Wie die zusammengedrängten und gegen das Hinabgleiten gesicherten Kinderherrlichkeiten auf dem Brete eines Gypsfigurenhändlers, - so ruhen die 50 brauberechtigten schmucken Häuser des Städtchens, welches überhaupt 193 bewohnte er und 1931 Seelen zählt, mit dem Schlosse, der Kirche, Schule, dem Forst- und Rathause auf einer 60 Fuß hohen, 1200 Fuß langen und kaum 300 Fuß breiten Felsenribbe, die aus dickflasrigem und mit Granitgängen durchsetztem Gneus besteht. Die eng zusammengerückten, steinernen und mit Schiefer gedeckten Gebäude haben sich an den Rändern dieses Felsens durch Mauern und Strebepfeiler gesichert, damit sie nicht den Vorstädtern, welche ringsherum noch 143 Häuser bewohnen, in die Arme fallen.
Dem alten und durch wiederholte Brände vielfach veränderten Schlosse, in welchem gegenwärtig das Kreisamt seinen Sitz hat, fehlen die urkundlichen Nachweisungen seiner Entstehung. Es ist nicht umfänglich und steht auf der äußersten Kante des Felsens, ernst und sinnend, wie der bronzirte Napoleon mit verschränkten Armen und kleinem Hute auf dem Brete der Gypsfiguren. In der Vorzeit, wo die kriegerische Zerstörungsart noch nicht so weit gediehen war, als in der Gegenwart, hatte diese alte Burg einen Graben und eine Aufzugbrücke, das Städtchen selbst aber Mauern und zwei Thore, welche jedoch niedergerissen worden sind, weil es Thorheit gewesen wäre, ihre Räumlichkeiten für bessere Zwecke unbenutzt zu lassen. …
Nahe der Stadt ragen zwei schroffe Felsen, der Otten- und Totenstein empor, die irgend eine gewaltige Erdrevolution der Vorzeit, die keine Geschichte kennt, von dem Stadtberge trennte und dem Schwarzwasser seinen heutigen Weg anwies. Hinter diesen Felsenmassen und rund um das Städtchen erheben sich kegelartige Berge von Gneus und Granit, wie mächtige Bastionen, zu deren Füßen sich üppige Wiesen ausdehnen und darüber hinaus die Einwohnerschaft ihren mühsamen Feldbau betreibt.
Schwarzenberg und seine nahe Umgebung bietet keine Ebene dar; überall nur abgescheuerte Berge mit tiefen Einschnitten, in welchen Quellen und kleine Bäche plätschern. – Es ist ein Gebirge im Gebirge! – Darum aber und weil die Grundstücksbesitzer ihre Früchte nicht so bequem nach Hause bringen können, wie die Flachländer, besonders wenn die Witterung ungünstig ist, sind die Scheunen auf dem ganzen Weichbilde zerstreut herum erbaut, wie die Kauen eines Bergwerksreviers, was auch außerdem, wegen Feuersgefahr, sehr zweckmäßig erscheint.
Das Klima in der Niederung von Schwarzenberg ist sehr mild, weil es gegen Osten und Norden durch ein hohes Gebirgsjoch gegen rauhe Winde geschützt ist; man erntet in den Thalungen mit den Chemnitzern ziemlich gleichzeitig, obschon das Schwarzwasser mit Freiberg in einem Niveau liegt. Die Bäche und Flüsse sind mit üppigen Laubhölzern eingefaßt, die Gärten mit Obstbäumen angefüllt, und in günstigen Jahren werden sogar in einigen Gärten hübsche Weintrauben gezogen.“
Johann Traugott Lindner (1777-1856), „Wanderungen durch das Sächsische Obererzgebirge“, 1848

„Hat man auch nach keiner Seite hin weite Aussichten, so hat man doch ein reichhaltiges und eindrucksvolles Landschaftsbild mit entschieden ausgeprägtem Gebirgscharakter. Stadt und Land, Wiese und Wald, Berg und Thal, sanfte Bergformen und schroffe Felswände im schön gruppierten Wechsel. Auch der anziehende und anregende Gegensatz vom grauen Altertum und von lebensvoller Gegenwart bildet ein bedeutungsvolles Moment in diesem Bilde.“
Elfried von Taura/August Peters (1817-1864), aus Löscher, Friedrich Hermann, „Heimat Erzgebirge“, 1860

Diese beiden Beschreibungen, die fast zur gleichen Zeit entstanden sind, machen richtig neugierig auf einen im 12. Jahrhundert entstandenen Ort in wirklich ungewöhnlicher Lage, der heute auch oft als „Perle des Erzgebirges“ bezeichnet wird. Die ungewöhnliche Lage resultiert wohl daraus, dass die Stadt aus einer Befestigungsanlage hervorgegangen ist, die zum Schutz eines wichtigen Handelsweges errichtet worden war. Nicht nur der Ort, auch die Umgebung von Schwarzenberg ist überaus sehenswert,  nur den Schwarzenberger Wein, auf den uns da Johann Traugott Lindner Appetit macht, den haben wir bisher noch nicht gefunden und das ist vielleicht auch besser so.

Bermsgrün / Jägerhaus

Bermsgrün

Der Ort am Rande des Schwarzwassertales hat eine eigenwillige Hakenform. Der Nordteil des doppelreihigen Waldhufendorfes wird durch eine alte bäuerliche Güterreihe geprägt. Südlich davon ist später eine Nachsiedlung angeschlossen worden, in der sich Häusler, Hammerschmiede vom nahen Eisenwerk Erla, Bergknappen und Holzfäller ansiedelten.
Zusätzlich rodeten die Anwohner sogenannte Räume, von denen es 1568 neun Stück gab, die weit vom Ort entfernt lagen und die als Wiesen oder Weiden genutzt wurden. Als Beispiel sei die Wttertannenwiese genannt, die heute als eine der schönsten und wertvollsten Wiesen der Region als NSG unter Schutz steht.

Auf einer großen Waldlichtung auf dem Sattel zwischen Ochsenkopf und Bernecker in 780 m Höhe findet sich die Ansiedlung Jägerhaus, früher zu Bermsgrün gehörend, die ihren Ursprung mitten im Wald vermutlich dem Bau eines kurfürstlichen Jägerhauses für einen Forstknecht in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verdankt. Nur wenige Häuser kamen im Laufe der Zeit hinzu.

Erla / Crandorf

Erla ist eine alte Hammerwerksiedlung, gelegen in einer Talweitung des Schwarzwassers unweit von Schwarzenberg. Unter den vielen Hammerwerken des westlichen Erzgebirges ist der, vermutlich nach den vielen Erlen am Schwarzwasser benannte Ort, der erste, der urkundlich erwähnt wird, nämlich schon 1380.

Herrenhaus Erla

Bemerkenswert ist das alte Hammerherrengut, das ganz früher auch zur Versorgung der Hammerleute mit landwirtschaftlichen Gütern sorgte. Es ist von einem sehr schönen Park mit einer Vielzahl von alten stattlichen Bäumen umgeben. Die wunderbare Bergulme (siehe unten) am Herrenhaus ist allerdings leider Vergangenheit.

Crandorf

Crandorf ist ein zweiseitiges Reihendorf mit gut ausgebildeter Hufenflur, das sich vom Schwarzwasser steil in Richtung Magnetenberg hinaufzieht. Über seine Geschichte ist noch vieles im unklaren, obwohl es seine 800-Jahrfeier schon hinter sich hat. Urkundlich erwähnt wird es erstmals 1380, als ein Hof im Besitz des Hammermeisters in Erla auftaucht. Wenn es damals schon ein Dorf gab, muss es in der Folgezeit eingegangen sein, weil es nirgendwo mehr auftaucht. Erst 1531 lassen sich wieder 13 Bauern mit sehr unterschiedlich großen Höfen nachweisen. Auch in den Folgejahren ist Crandorf nur sehr langsam gewachsen. Erst der Bergbau und das Hammerwesen führten dazu, dass man sich vermehrt an diesem Steilhang ansiedelte.
Eine eigene Kirche besitzt Crandorf seit 1712. Bis dahin war es nach Grünstädtel gepfarrt und vor allem im Winter war der Gang ins Pöhlwassertal zuweilen sicher eine Strapaze. Und damals wurde auf den Kirhgang noch Wert gelegt.

Crandorf

Grünstädtel

Grünstädtel

Bei Siegfried Sieber ("Um Aue, Schwarzenberg und Johanngeorgenstadtr", 1972) finden wir folgende Angaben über den Ursprung des Ortes:
"Wo Mittweida und Pöhla bei ihrem Zusammenfluß einen breiten Talgrund geschaffen haben, erhebt sich auf einer vor Hochwasser geschützen Talterrasse der Kernteil zweier kleiner, oft mit verschiedenen Namen belegten Siedlungen. Um 1460 heißt der Ort Stettel-Grün, 1555 wird Dorfstedtlein und 1590 Grünstädtelein erwähnt.
Grün dürfte der südliche Ortsteil gewesen sein, von dessen Höfen Waldhufenstreifen hinaufschwingen zum Paulusknochen. Das Paulusgut hat sich unter sechs größeren Gütern seit 5 Jahrhunderten erhalten. Im nördlichen Ortsteil drängen sich Güter und Häuser eng um die Kirche. In diesem "Städtlein" fanden in Verbindung mit Wallfahrten Märkte statt, und das Halten der Fleischbank, Brauen und Schenken gingen über rein dörfliche Belange und Rechte hinaus."

Ein dritter Ortsteil bildete sich als Industrieansidlung Ende des 19. Jahrhunderts aus, als Grünstädtel an die Eisenbahn von Schwarzenberg nach Annaberg angeschlossen worden war.

Pöhla

Pöhla

Pöhla besteht aus zwei Ortsteilen, Großpöhla und Kleinpöhla, die einst eigenständig waren. Das Pöhlwasser bildet die Grenze. Großpöhla entstand. Den Ort kann man als eine eigenwillige Mischung aus bäuerlicher Besiedlung und Industrieansiedlung bezeichnen. Nur im flacheren östlichen Talhang finden sich hofanliegende Hufenstreifen. Weite Teile des Ortes stehen aber im Zusammenhang mit den Hammerwerken und Hüttenanlagen, die den Ort seit dem 16. Jahrhundert maßgeblich prägten.

FFH-Gebiet „Schwarzwassertal und Burkhardtswald“ / Naturschutzgebiet "Wettertannenwiese"

Das Gebiet wird geprägt durch stark bewaldete Talzüge mit naturnahen Fließgewässerabschnitten einschließlich ihrer Quellgebiete. Es ist 663 Hektar groß und setzt sich aus 4 Teilgebieten zusammen, dem Bereich am Schwarzwasser zwischen Breitenbrunn und Erla, dem Gebiet am Halsbach, Flächen nordwestlich des Magnetenberges und dem weiter entfernten Bereich Burkhardtswald zwischen Lauter, Bernsbach und Aue.

Wettertannenwiese

Im Gebiet befinden sich zwei Naturschutzgebiete: das NSG „Wettertannenwiese“ mit enorm wertvollen Offenlandbereichen, die Lebensraum vieler seltener Pflanzenarten und einer bemerkenswerten Insektenfauna sind sowie das NSG „Schieferbach“ mit den beiden naturnahen Gebirgsbächen Fäll- und Schieferbach. Sieben geschützte FFH-Lebensraumtypen hat man festgestellt: Fließgewässer mit Unterwasservegetation, Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation, Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder, Feuchte Hochstaudenfluren, Berg-Mähwiesen, Hainsimsen-Buchenwälder und Montane Fichtenwälder.
Dort leben gefährdeter Tierarten wie Großes Mausohr, Uhu, Wasseramsel, Feuersalamander, Wasserspitzmaus, Bachforelle und Äsche.

FFH-Gebiet „Pöhlwassertal und Wernitzbächel“

Pöhlwassertal

Das Gebiet ist insgesamt 135 Hektar groß  und besteht aus 3 Teilgebieten, dem Pöhlwasser- und Wernitzbächeltal, einem Bereich bei Oberglobenstein und einem weiteren südlich des Magnetenberges. Geprägt wird das Gebiet durch die namengebenden Bachläufe des Pöhlwassers und des Wernitzbächels und der sie begleitenden Ufervegetation: Auwaldresten, Hochstaudenfluren und Wiesen. An den Talhängen stehen zum Teil kleinflächige Hainsimsen-Buchenwälder. Bergwiesen finden sich in der Nähe des Almhofs im oberen Bereich des Wernitzbächels. Sie sind durch 4 Flächennaturdenkmale geschützt.
Im Gebiet leben seltene und gefährdete Pflanzenarten wie die Arnika und Orchideen wie die Mücken-Händelwurz und andere.

Flächennaturdenkmal "Ochsenwiese"

Ochsenwiese

Die Ochsenwiese steht als Flächennaturdenkmal unter Schutz und ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Griesbachgebiet“, denn sie hat einen hohen botanischen Wert. Früher wurde sie von den Einheimischen „Himmelsschlüsselwiese“ genannt, weil sie zur Blütezeit dieses schön benamten Blümchens im zeitigen Frühjahr in einem satten Gelb erstrahlte. Diese wunderhübschen Frühlingsboten sind zwar heute nicht mehr so zahlreich, dafür soll es aber in den Gärten von Neuwelt ungewöhnlich viele Exemplare dieser Art geben, Herkunft unbekannt.
Auch eine schöne Eiche unmittelbar an einer Trockenmauer fällt uns ins Auge. Heute wird die Wiese von der Naturschutzstation Erzgebirge gepflegt und die namengebenden Ochsen bekommen wir natürlich nicht zu Gesicht, sie haben längst ausgedient, wie nicht anders zu erwarten. Trotzdem enttäuscht uns dieses schöne Fleckchen Erde nicht, im Gegenteil.

Naturdenkmal "Ulme im Park Herrenhof"

Ulme Park Herrenhof

Die ehemalige Ulme im Park Herrenhof hatte einen Stammumfang von 5,34 m, eine Baumhöhe von 30 m und einen Kronendurchmesser von 24 m, war etwa 400 Jahre alt und stand als Naturdenkmal unter Schutz. Sie war die stattlichste und älteste Ulme im Altlandkreis Aue-Schwarzenberg und wahrscheinlich weit darüber hinaus. Wie viele unserer Ulmen wurde sie von der Ulmenkrankheit befallen, der sie am Ende nicht mehr viel entgegenzusetzen hatte. Auch verschiedene Versuche zu ihrer Rettung brachten keinen Erfolg und so musste sie 2009 leider gefällt werden.
Am Baumstumpf, den man erfreulicherweise belassen hat, kann man noch um den Baum trauern, er vermittelt mehr als alle vorliegenden Fotos, was für ein eindrucksvolles Lebewesen uns da verlassen hat. Man kann es eigentlich nicht so recht begreifen, dass ein mickriger Pilz einen solchen Baum am Ende zu Fall bringen kann.

Ulme Park Herrenhof nach Fällung

Naturdenkmal "Linde am Eduardstein"

Mit der Linde am Eduardstein haben wir zweifelsohne ein einmaliges Naturgebilde vor uns, das weit und breit seinesgleichen sucht. Vermutlich handelt es sich um einen Wildling, denn es wird wohl niemand auf die Idee gekommen sein, fast auf dem blanken Felsen einen Baum zu pflanzen. Solche Einfälle kann nur die Natur haben und was sich im Laufe der Jahrhunderte daraus entwickelt hat, kann sich durchaus sehen lassen. Mit bis zu 5 Meter langen Wurzeln krallt sich dieses mittlerweile riesige Geschöpf förmlich am Felsen fest wie ein Adler an seiner Beute. Es macht fast den Eindruck, als wäre er mit ihm verwachsen, als wolle der Baum sich am Fels festklammern und so das ewige Leben sichern. Ein anrührender Versuch, der leider zum Scheitern verurteilt sein wird. Mit 6,65 m Stammumfang, 16 m Kronendurchmesser und 25 m Höhe ist die Linde am Eduardstein die älteste Linde im Altlandkreis Aue-Schwarzenberg.

Linde Am Eduardstein

Naturdenkmal "Neunstämmige Buche"

Neunstämmige Buche

Die Neunstämmige Buche gehört wohl zu den eigenwilligsten Baumgestalten in der Region und ihr Name sagt ja auch warum. Die meisten Bäume müssen sich mit einem Stamm zufrieden geben, diese erstaunliche Buche hat gleich neun. Oder richtiger: Sie hatte, denn vier Stämme sind ihr schon abhandengekommen. Sie lagern zum Teil als Totholz am Rand des Naturdenkmals und können dort noch einige Zeit bestaunt werden, bis die tierischen Zersetzer ihr Werk vollendet haben. Die ersten beiden Stämme musste sie bei einem Sturm in der Nacht vom 7. zum 8. November 1996 hergeben und die nächsten beiden fielen dem Sturm in der Nacht vom 27. zum 28. Oktober 2002 zum Opfer. Und es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis ihr wieder welche genommen werden, denn die Stürme werden nicht zahmer und die ungewöhnliche Wuchsform der Buche scheint kein Vorteil hinsichtlich Stabilität und Lebensdauer zu sein, denn sie musste schon reichlich Federn lassen.
Als sie sozusagen noch im Besitz sämtlicher Extremitäten war, hatte sie folgende Ausmaße: Gesamtumfang 7,60 m in 1,30 m Höhe, Baumhöhe 23 m, Baumkronendurchmesser insgesamt ca. 20 m. Über das Alter ist man sich nicht einig, die Angaben differieren und gehen bis zu 200 Jahren. Auch über den Ursprung ihrer kuriosen Wuchsform gibt es verschiedene Hypothesen: Wildverbiss der Triebspitze, Pflanzen mehrerer Setzlinge auf engem Raum oder der gleiche Effekt durch den Austrieb von Samen. Sie könnte ihre Gestalt aber auch dem Verbiss durch Nutzvieh im Jugendstadium zu verdanken haben, denn eine große Ähnlichkeit mit den berühmten Weidbuchen im Südschwarzwald ist nicht zu verkennen. Die Buche steht zwar heute in der Feldflur, aber nicht weit entfernt von den damaligen Waldweidegebieten Hüttenstauden, Ratsförstel und Hohe Henne.

Naturdenkmal "Linde St. Georgenkirche"

Linde St. Georgenkirche

Naturdenkmal "Königseiche"

Königseiche Schwarzenberg

Pöhlwassertal

Pöhlwassertal

„Der nur erwähnte Mückenbach, der Kaff-, Zwei- und Kunertsbach treten hier zusammen und bilden mit ihrem kristallhellen Gewässer die Pöhla (Biela), welche dem Thal entlang wunderliebliche Wiesen bewässert und die Füße des Haueisens, des Ochenskopfs, des Köhlerwaldes rechts, so wie der hintern und vordern Kehlung, des Forstwaldes und des Härtenberges links, benetzt. …
Wir gehen dem Flusse entlang nach dem aus 16 Häusern bestehenden Schweizerdörfchen Globenstein hinab und begreifen nicht, wie es hat kommen mögen, wie sich Menschen in einem solchen Felsengewirre ansiedeln konnten. Das Thal ist enge; hier thurmhohe, den Einsturz drohende Gneus- und Glimmerschiefermassen; da eine Wüste von Felsgetrümmer, als hätten sich Riesen damit geworfen, und dennoch hier und da ein Stückchen Feld oder Grasboden, hervorgemartert unter vielen tausend Gesteinstücken, die wie Wälle haushoch um die kleinen Herrlichkeiten aufgeschichtet sind, weil es außerdem weiter keine Räumlichkeit gab … Die Pöhla zerschellt ihre farbenlosen Wellen unter Tosen und Rauschen an den Klippen, womit ihr Bett belastet ist, und wirft sie in weißem Schaum die regellose Treppe hinab nach der sanfteren Mündung. Hier am Fuße des Drachen- und Rottenberges ist ihr Weg mit Türkis und Smaragd bestreut, beide Ufer mit Laubholz und Blumen bekränzt, unter welchen sie noch weithin die Mädchenjahre vertanzt. Hebel in seinen allemannischen Gedichten konnte kein schöneres Bild für seine Wiese wählen, als das eines Mädchenlebens. Gar oft saß ich am westlichen Abhange des Zigeuners, lauschte dem Getose der Wellen und dem Geplätscher kaum geborner Quellen, wie diese sich bald überkugelnd der älteren Schwester nacheilen, bald tändelnd umher die Blumen auf nachbarlichen Wiesen tränken und dann auf den wunderlichsten Wegen ihre Führerin wieder zu erlangen streben. Hier tanzt die lebensfrohe Pöhla über die Räder der Mühlen, dort macht sie gewaltige Pas über die Wehre. Es ist die schottische Zeit des Mädchens. Die frühzeitige Verbindung mit dem Schwarzwasser bringt eine andere Farbe in ihr heiteres Leben und Tropfen der Wermuth, herabgesandt von Beyerfelds Vitriol- und Schwefelwerk, verbittert ihr die Ehe. Adoptirt von der Mulde bei Aue, entschließt sie sich zur weitern Reise in die Elbe und mit dieser vielgeprüften Lebenssatten in die Wasserewigkeit der Meere. Hier wird sie über lang oder kurz, vielleicht unter tropischen Himmelsstrichen, durch die Macht der Sonne zur Auferstehung gerufen; geisterartige Gebilde erheben sich aus dem großen Todtenacker der Flüsse, formen sich in Wolken und geben sich in endlos wechselnden Gestalten den entferntesten Ländern in erquickendem Thau und Regen kund, um den Glauben ihrer ‚Lieben, die in ferner Heimath blieben,‘ an die Fortdauer nach dem Tode und an das Wiederfinden der früher Heimgegangenen zu befestigen. …
Nachdem die Pöhla den Lux-und Friedrichsbach aufgenommen hat, tritt sie hinaus in ein breites, lachendes und mit Wiesen und Feldern bedecktes Thal – das erzgebirgische Chamouny. Es ist das einzige Längen- oder Hauptthal des Obergebirges, welches sich Fichtelberg herab bis nach Zwickau und mithin von Osten nach Westen zieht und alle Wässer der Transversalthäler, als die Pöhla, das Schwarzwasser, Mulde und dergl., aufnimmt und sie zu folgen nöthigt. Der breite, fächerartig entfaltete Schatz von Feldern des mit ungefähr 2200 Menschen bevölkerten Dorfes Raschau und die an seinen Flanken wie bunte Wäsche herumgelegte Länderei des Dorfes Grünstädtel (sonst Dorfstädtel genannt) liefern eins der lieblichsten Bilder des Erzgebirges.“
Johann Traugott Lindner (1777-1856), „Wanderungen durch das Sächsische Obererzgebirge“, 1848

Würde man von einem sächsischen Finanzprokurator solch poetische Schilderungen erwarten? Eher nicht, aber trotzdem gibt es sie. Johann Traugott Lindner wirkte tatsächlich als Finanzprokurator und zwar in Schwarzenberg und war für eine gewisse Zeit auch Bürgermeister dort. Schade, dass sein Werk so relativ schmalbrüstig geblieben ist. Geboren wurde er in Crandorf, wo er auch starb und mit der Schilderung des Pöhlwassertals schildert er sozusagen seine unmittelbare Heimat. Und es gehört ohne Zweifel nicht nur für Lindner zu den eindrucksvollsten Erlebnissen im gesamten Erzgebirge, wenn man von Crandorf nach Grünstädtel oder Pöhla hinunterläuft und in das Pöhlwassertal blickt. Der Ausdruck „erzgebirgischen Chamounix“ hat durchaus seine Berechtigung.

Pöhlwassertal