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Natur(a) im Erzgebirge

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Natur(a) im Erzgebirge

Das westliche Erzgebirge (ehemaliger Landkreis Aue-Schwarzenberg) im Detail

Schneeberg

Schneeberg

Zur Stadt Schneeberg gehören neben dem Hauptort selbst folgende Ortsteile:
Griesbach »
Lindenau »
Neustädtel »

Naturbesonderheiten (Auswahl):

FFH-Gebiet „Moorgebiet am Filzteich und Stockteich“
Naturschutzgebiet „Heide und Moorwald am Filzteich“
Landschaftsschutzgebiet "Am Filzbach"
Gleesberg
Floßgraben (siehe Aue)
Neustädtler Haldenlandschaft
Dorfbach Lindenau
Biotopteiche in Lindenau
FND "Kirchwiese" in Griesbach

Geeignete Themenwege:

Themenweg 3: „Rund um Lindenau. Ein Dorf und seine Gewässer.“ (Startpunkt am Parkplatz am Stockteich am oberen Ortseingang von Lindenau)

Schneeberg

Das Stadtzentrum von Schneeberg gehört zu den sehenswertesten im Westerzgebirge. Wahrzeichen der Bergstadt ist die St. Wolfgangskirche, die in den Jahren 1516-1540 auf dem höchsten Punkt des Schneeberges erbaut wurde und weithin sichtbar über der Stadt thront. Egal woher man kommt, sie sticht einem sofort ins Auge. Mit 60 m Länge, 27 m Breite und 20 m Höhe ist sie die größte evangelische Hallenkirche Sachsens. Der Turm ragt stattliche 72 m in den Himmel und verurteilt die wenigen Bäume in seinem Umfeld förmlich zur Unsichtbarkeit. Bekanntester „Einrichtungsgegenstand“ der Kirche ist der 1539 gestiftete Flügelaltar von Lucas Cranach.
Ansehenswert ist auch das Rathaus, das 1527-1547 errichtet wurde und, nachdem es mehreren Bränden zum Opfer gefallen war, 1851/52 seine heutige Form bekam. Aber auch einige bürgerliche Barockhäuser und vieles mehr laden zum Besuch und zur Betrachtung ein. Schnell geht dabei einige Zeit ins Land, aber diese „Zeitverschwendung“ lohnt sich.

Schneeberg Zentrum

Hingewiesen werden soll noch auf den Baumbestand in unmittelbarer Nähe des Zentrums. Am Postplatz stehen zwei bemerkenswerte Blutbuchen, die vor nicht allzu langer Zeit dem Bau eines Einkaufszentrums zum Opfer fallen sollten. Bis jetzt stehen sie noch und wir hoffen natürlich, dass das so bleibt. „Einkaufstempel“ gibt es weiß Gott genug. Schöne Bäume kann man nicht genug haben. Gleich nebenan liegt der Friedhof. Dessen Bestand an Altbäumen ist wirklich bemerkenswert und wir sehen mit besonderer Freude, dass man auch für Nachwuchs sorgt. Fünf Minuten die Hartensteiner Straße hinaus in Richtung Keilberg erreichen wir die grüne Lunge von Schneeberg, den Stadtpark. Obwohl man ihn in den letzten Jahren doch beträchtlich zurechtgestutzt hat, die Ansichten dazu gehen weit auseinander, können wir als Freunde der Bäume viel Zeit in ihm verbringen, ohne dass Langeweile aufkommt.

Schneeberg Stadtpark

Man weiß eigentlich nicht so recht, welchen man als den Hausberg von Schneeberg bezeichnen soll, den Gleesberg, den Keilberg oder den namengebenden Schneeberg, der ja unter der Bebauung eigentlich verschwunden ist? Von der Natur her gefällt uns natürlich der Gleeberg mit Abstand am besten und so haben wir ihn uns zum Hausberg erkoren und eine kleine Beschreibung gewidmet (siehe unten).

Griesbach

Griesbach

Griesbach wurde genau wie die Nachbargemeinden Lindenau, Neustädtel und Zschorlau im 12. Jahrhundert von fränkischen Bauern gegründet. Ähnlich wie der Nachbarort Lindenau fällt Griesbach durch seine für die Region ungewöhnlich vielen Teiche und feuchten Wiesen auf. Der Ort war früher für die Trinkwasserversorgung von Schneeberg von großer Bedeutung. Griesbach ist von seiner Gründung her ein Bauerndorf, der Bergbau hielt relativ spät Einzug, erst im 18. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert ist die Dorfkirche, die zu den ältesten in den Region gehört und sogar noch romanische Teile aufweist.

Griesbach Kirche

Lindenau

Lindenau

Lindenau ist ein typisches Waldhufendorf. Es wurde genau wie die Nachbargemeinde Griesbach im 12. Jahrhundert von fränkischen Bauern gegründet. Allerdings ist die ehemalige Hufenstruktur nur noch schwer erkennbar, da die Feldflur nur noch von wenigen größeren Landwirtschaftsbetrieben bewirtschaftet wird.
Wenn man die wertvolleren Teile von Natur und Landschaft von Lindenau kurz charakterisieren sollte, so sind es wohl vor allem die Gewässer, die man nennen müsste, die das Dorf  maßgeblich prägen. Eine Vielzahl von naturnahen Teichen - verbunden durch den Lindenauer Dorfbach - fallen einem auf, wenn man auf die Landkarte blickt oder die Gegend durchstreift. Nur in ganz wenigen Orten in der Region, beispielsweise im Nachbarort Griesbach, sind so viele der historischen Teiche erhalten geblieben wie hier. Erst im Erzgebirgsvorland und in Richtung Vogtland findet man ähnliche Gegebenheiten häufiger. Folgerichtig sollen sie auch im Mittelpunkt unserer Wanderung stehen und wir wollen uns, ganz im Sinne von Konfuzius, erfreuen an diesen Oasen in der Landschaft, in denen das Wasser den Ton angibt.

Neustädtel

Auch Neustädtel (ehemals Scheibe) ist eine Gründung fränkischer Bauern. Aber schon sehr früh, noch bevor die Bergstadt Schneeberg in Blüte kam, prägte der Bergbau maßgeblich die Geschicke des Ortes und setzte seine Zeichen in die Landschaft. Bis heute ist die Haldenlandschaft von Neustädtel (siehe unten) eine der beeindruckendsten Bergbaulandschaften des gesamten Erzgebirges.

Neustädtel

Der Gleesberg

Gleesberg

593 Meter ist er hoch, hat also die 600-Meter-Marke knapp verfehlt und wird sie wohl auch nie mehr erreichen, denn er hat sein Wachstum schon lange eingestellt. Mit menschlicher Hilfe hat er es letztendlich doch geschafft. Denn stattliche 602 Meter soll der Aussichtsturm in den Himmel ragen. Gewaltige Höhen sind das natürlich trotzdem nicht, aber immerhin.
Auch die Form des Gleesbergs ist nicht sonderlich spektakulär. Zumindest vom im Südwesten gelegenen Höhenrücken aus ziehen sich die Hänge recht sanft dahin und machen den Gleesberg zum idealen Gelände für ein gemächliches Wandern. Und so wird es den meisten von uns auch nicht schwer fallen, nach dem Erreichen des Gipfels den Aussichtsturm zu besteigen, von dem man wirklich eine grandiose Übersicht über das westliche Erzgebirge und dessen Vorland hat. Im Norden und Osten sieht die Sache schon anders aus und auch am Südhang fällt der Berg doch recht steil zum Tal des Zschorlaubachs hin ab.
Wie die meisten unserer Berge ist der Gleesberg im Gipfelbereich bewaldet, aber nicht nur mit reinen Fichtenwäldern, die gibt es zwar auch, aber in einigen Bereichen dominiert die Buche und sorgt zu allen Jahreszeiten für ein wechselndes Bild. Darunter finden sich, besonders am Südhang, einige gigantische Exemplare, die so beeindruckend sind, dass man sich wie gefesselt fühlt und sich nur schwer wieder von ihnen trennen kann. Hinzu kommen grandiose Felsbildungen, bei deren Anblick man der Phantasie einmal richtig freien Lauf lassen kann und aus dem Tal hört man das Rauschen des naturnahen Baches. Ein richtiger „Märchenwald“ also, wie man ihn selten findet.

Buchenwald Gleesberg

Wenn Sie irgendwann einmal Zeit übrig haben, müssen Sie diesen Buchenwäldern unbedingt einen Besuch abstatten, es lohnt sich immer und besonders im Herbst zur Zeit der Laubfärbung.
Am Fuße des Gleesbergs zieht der Floßgraben seiner Wege (siehe Aue) und mit ihm eine wunderbarer Wanderweg, der zu den schönsten in der Region überhaupt gehört.
Am Nordhang hat man dem Berg eine Wunde geschlagen. Lange Zeit wurde Granit für Pflastersteine abgebaut. Zuletzt wurde eine Deponie betrieben. Jetzt hat man sie zugedeckt und der Natur überlassen. Hoffentlich bleibt das auch so. Dann darf man gespannt sein, wie es dort in einigen Jahrzehnten aussehen wird. Aber auch jetzt schon zeugen die kleinen Birkenwäldchen von der wunderbaren „Besiedlungskraft“ dieses einzigartigen Baumes, der so lichtdurchflutete Wälder bilden kann wie kein anderer.

FFH-Gebiet „Moorgebiet am Filzteich und Stockteich“

Stockteich in Lindenau

Das FFH-Gebiet besteht aus zwei getrennten Teilen: Dem relativ kleinen Bereich um den Stockteich und die Roßner-Teiche nördlich von Lindenau und den weit größeren Komplex zwischen Filzteich und Lichtenau, der sich weitgehend mit dem 2010 ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Heide und Moorwald am Filzteich“ deckt. Das Element Wasser spielt im gesamten Gebiet eine zentrale Rolle. Wir finden unterschiedliche Moorgesellschaften wie regenerierbare Hochmoore, Übergangs- und Schwingrasenmoore, aber auch Birken- und Fichtenmoorwälder und einige sehr wertvolle dystrophe Stillgewässer.
Umso überraschter ist man, dass sich auch trockene Heidebestände finden, die allerdings ihre Ursache in der ehemaligen militärischen Nutzung haben.
Diese Vielfalt an Lebensräumen macht das Gebiet natürlich auch zum Lebensraum zahlreicher Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen, die aufgrund ihrer Gefährdung unseres besonderen Schutzes bedürfen. Erwähnenswert aus dieser vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt sind u.a. Moor-Kiefer, Scheidiges und Schmalblättriges Wollgras, Rundblättriger Sonnentau, Rauschbeere, Moosbeere, verschiedene Torfmoose, Nordfledermaus, Fransenfledermaus, Raufußkauz, Sperlingskauz, Schwarzstorch, Raubwürger, Braunkehlchen, Zwergtaucher, Moorfrosch, Kreuzotter und eine Vielzahl von Libellen- und Schmetterlingsarten.

Filzteich

Der Filzteich gehört eigentlich gar nicht mehr zur Gemarkung Schneeberg, sondern zu Hartmannsodrf im Landkreis Zwickau. Trotzdem sei er hier aufgeführt. Er ist ein uralter Stausee, einer der ältesten in Sachsen. Schon 1585 begann man, den Filzbach anzustauen, um mit seiner Wasserkraft bergbauliche Anlagen betreiben zu können. Dies hatte sein Gutes, aber auch seine Schattenseiten. 1783 brach der Damm und mutierte vom fröhlich dahinplätschernden Bächlein zum wütenden Strom, was 18 Zschorlauer Bürgern das Leben kostete. Auch 2002 leistete der Filzbach einen maßgeblichen Beitrag dazu, dass Teile von Zschorlau in den Fluten versanken. Zum Glück blieb es bei Sachschäden.
Der vordere Teil des Filzteichs stellt heute ein beliebtes Badegewässer dar. Der hintere Teil aber hat sich zu einem ausgesprochen wertvollen Refugium für Pflanzen und Tiere entwickelt, die sich dem Element Wasser verschrieben haben. Er und sein Umfeld stehen nicht ohne Grund als Naturschutzgebiet unter Schutz. Allerdings geht es auf Grund dieser Zweigeteiltheit nicht immer ohne Konflikte ab und das Gewässer war deshalb in letzter Zeit des Öfteren in den Schlagzeilen.

Filztecih

Landschaftsschutzgebiet "Am Filzbach"

Das Landschaftsschutzgebiet "Am Filzbach", gelegen zwischen Zschorlau und Schneeberg-Wolfgangmaßen, wird maßgeblich geprägt durch einen großen Offenlandkomplex, einen Teil des ehemaligen Standortübungsplatzes, der seit einigen Jahren als Grünland extensiv landwirtschaftlich genutzt wird und auf dem sich mittlerweile eine sehr vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entwickelt hat, ein Domizil auch für viele Wiesenbrüter wie Wiesenpieper, Braunkehlchen, Grauammer und Feldlerche. Allerdings muss leider konstatiert werden, dass auch die Bestände hier vom dramatischen Rückgung unserer Wiesenvögel betroffen sind.

Die Neustädtler Haldenlandschaft

Die Neustädtler Haldenlandschaft stellt sicher ein einmaliges und viel besuchtes Zeugnis der Bergbaugeschichte des Erzgebirges dar. Aber nicht nur die Freunde des Bergbaus kommen auf ihre Kosten. Die vielen kleinen Bergbauhalden sind auch für Naturfreunde durchaus interessant. In solchen mageren Lebensräumen, die in vielen Regionen Europas sehr selten geworden sind, finden einige gefährdete „Hungerkünstler“ wie Golddistel, Thymian, Kleiner Klappertopf und Hain-Augentrost ihre letzten Rückzugsgebiete. Farbenfroh und schütter bewachsen stellen diese Halden heutzutage ein völlig ungewohntes Vegetationsbild dar, in einer Landschaft, die in weiten Teilen von durch starke Düngung verursachten Bildern des üppigen, monotonen Wachstums geprägt wird.

Bergbauhalde in Neustädtel

Dorfbach Lindenau

Dorfbach in Lindenau

Der Lindenauer Dorfbach hat seinen naturnahen Charakter weitgehend behalten dürfen und gehört mit seinem Auwald, der vorwiegend aus Weiden, Erlen und Eschen besteht, zu den wertvollsten Fließgewässern in der Gegend. Vor allem die alten Weiden verleihen diesem Wald einen geheimnisvollen, urigen Charakter. Man kann sich gut vorstellen, dass es so ähnlich auch ganz früher aussah, als die Menschen den Weg bis hierher noch nicht gefunden hatten. Und wenn man bei Nebel durch diese Landschaft geht, dann wird einem vielleicht sogar etwas unheimlich zumute und man hält es durchaus für möglich, dass plötzlich Erlkönig hinter einer der Erlen hervortritt und einem seltsame Dinge verspricht.

Biotopteiche

Die sogenannten Biotopteiche haben im Gegensatz zu den anderen Teichen, auf die wir bei unserer Wanderung stoßen, noch keine lange Geschichte. Schon der etwas ungewöhnliche, unpersönliche Name deutet darauf hin. Sie sind im Rahmen des ersten Flurneuordnungsverfahrens in Sachsen im Jahr 1997 vom Landschaftspflegeverband Westerzgebirge angelegt worden. Erfreut stellt man fest, dass sich in diesen wenigen Jahren schon eine reichhaltige Pflanzen– und Tierwelt eingestellt hat. An derartigen Orten wird sehr deutlich, welche Bereicherung solche Kleinbiotope in den weitgehend ausgeräumten Feldfluren von heute sind. Viel, viel mehr solcher Oasen und Rückzugsgebiete für die Tier- und Pflanzenwelt müsste es geben.

Biotopteiche in Lindenau