Banner

Aktuelles | Veranstaltungen | Natur(a) im Erzgebirge | Natur(a)-Erlebnisweg | Themenwege | Ausstellung | Über diese Seite

Natur(a) erfahren im Erzgebirge

Einklang »

Einleitung »

Erläuterungen »

Teil 1: Das Erzgebirge als Landschaft / Einleitung »

Berge »

Der Pöhlberg »

Pflanzen und Tiere »

Gimpel »

Teil 2: Natur(a) erfahren im Erzgebirge / Einleitung »

Pflanzen und Tiere »

Ausklang »

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natur(a) erfahren im Erzgebirge

Teil 1: Das Erzgebirge als Landschaft

Der Pöhlberg

Pöhlberg

Zu den sehenswertesten Ausflugszielen des oberen Erzgebirges gehört ohne Zweifel der Pöhlberg mit seiner Umgebung, nicht nur, weil sich die Kreisstadt Annaberg-Buchholz an ihn anlehnt, deren Besuch man sicherlich nicht versäumen sollte, sondern auch für den Naturfreund ist der Berg mit seiner Umgebung sozusagen Pflicht. Denn dort hat sich eine für das Erzgebirge in dieser Form und Ausdehnung einmalige Heckenlandschaft entwickelt, zu der wir im Kapitel „Bäume, Hecken, Mauern und Co.“ mehr erfahren werden. Auch der Berg selbst, 834 Meter hoch, ist durch seine tafelbergähnliche Gestalt durchaus eine Seltenheit für das Erzgebirge und gehört wie seine Nachbarn Scheibenberg und Bärenstein zu den wenigen, weithin sichtbaren und bekannten Basaltbergen. Auf der Nordseite des Berges sind die imposanten Basaltsäulen auf Grund eines ehemaligen Steinbruchs besonders gut erkennbar und werden „Butterfässer“ genannt. Auf dem bewaldeten Berg befinden sich eine Gaststätte und ein Aussichtsturm, von dem aus bei passendem Wetter weite Teile des Erzgebirges überblickt werden können. Schon Christian Gottlob Wild bewunderte die Aussicht vom Pöhlberg aus und liefert uns eine schöne Beschreibung des Berges, bei der uns vor allem der letzte Satz überrascht, weil sich die Situation heute ganz anders darstellt:
„Unter diesen nun zeichnet sich das Panorama des sächsischen Obererzgebirges aus, wozu man den schönsten Standpunkt auf der Südseite des Pöhlberges bei Annaberg findet. Dieser Berg erhebt sich südöstlich auf dem Scheitel eines von Mittag gegen Nordost fortlaufenden Gebirges in der imposanten Gestalt eines Grabhügels, drei Viertelstunden von der Stadt, und besteht aus grauen, übereinandergetürmten Basalttrümmern von mannigfaltiger Größe und Gestalt, worunter man aber auf der Nordseite des Berges auch säulenförmige Gruppen findet, in deren Nachbarschaft es viel ansehnliche Klüfte gibt. Bekanntlich hat der Berg seinen Namen von dem Flüßchen Pöhla, das an seinem östlichen Fuße fließt. Um ihn her weiden im Frühling, Sommer und Herbst einzelne Herden Kühe und Schafe, welche letztere auch gute Futterkräuter, freilich nicht im Überfluß, auf seiner Höhe finden. Auch dient er Füchsen und Hasen zum Aufenthalt. Vor ungefähr fünfzig Jahren war er noch mit Wald bewachsen; doch jetzt ist auch nicht ein Bäumchen oder Gesträuch darauf anzutreffen, sondern der Berg ist ganz kahl.“
Christian Gottlob Wild (1785-1839), „Interessante Wanderungen durch das sächsische Obererzgebirge“, 1809

Teile des Pöhlbergs und der anderen beiden Basaltberge Scheibenberg und Bärenstein gehören auf Grund ihrer Einzigartigkeit zum FFH-Gebiet „Mittelerzgebirgische Basaltberge“. Besonders bemerkenswert ist dabei auch das Vorkommen einer Waldgesellschaft, die es in Sachsen und bundesweit nur auf ganz wenigen Waldgrenzstandorten gibt, den Karpatenbirken-Ebereschen-Blockwald.
Der Pöhlberg ist auch Bestandteil des Vogelschutzgebiets „Mittelgebirgslandschaft östlich Annaberg“, das aber hauptsächlich Teile der Feldflur von Königswalde, Mildenau und Geyersdorf umfasst und maßgeblich durch die einmalige Heckenlandschaft geprägt wird. Es gibt nur wenige Vogelschutzgebiete in Sachsen, die einen derartig hohen Anteil an Ackerflächen, Wiesen und Weiden, also landwirtschaftlich genutzten Flächen, haben. Das Gebiet könnte daher einen wichtigen Beitrag für den Erhalt von Arten der Feldflur leisten, die, wie schon erwähnt, fast in ganz Europa so auch im Erzgebirge, stark bedroht sind und auf Grund der immer intensiver werdenden Landwirtschaft teilweise rapide zurückgehen. Leider sind die Europäischen Vogelschutzgebiete aber immer noch recht zahnlose Tiger, die zwar auf dem Papier stehen, aber auf die Landnutzung kaum oder keine Auswirkungen haben. Und so suchen wir auch in diesem Vogelschutzgebiet typische Arten des Offenlandes wie Wiesenpieper, Kiebitz und Rebhuhn schon vergeblich.

WiesenpieperWiesenpieper / Foto: Jan Gläßer, Grießbach

Trotzdem ist das Gebiet auch aus ornithologischer Sicht recht wertvoll und wurde nicht ohne Grund in die Liste der Europäischen Vogelschutzgebiete aufgenommen. An Arten finden sich beispielweise Schwarzspecht, Eisvogel, Baumfalke, Rotmilan, Wespenbussard, Halsbandschnäpper, Sperbergrasmücke, Neuntöter, Braunkehlchen und einige mehr.