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Natur(a) erfahren im Erzgebirge

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Teil 1: Das Erzgebirge als Landschaft / Einleitung »

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Natur(a) erfahren im Erzgebirge

Einleitung

„Lange hing ich der Meinung an, daß erst ein nennenswertes ökologisches und geologisches Wissen das Betrachten von Landschaften über den naiven ästhetischen Genuß hinaus ins Geistige zu heben vermag, dorthin, wo im Zusammenfallen von Schauen und Denken vollkommenes seelisches Glück geschieht. Ich konnte eine seltene Pflanze, ein ungewöhnliches Tier oder ein der Natur besonders schön gelungenes Ensemble aus Landschaftsteilen erst dann befriedigend erleben, wenn ich über die Namhaftmachung hinaus ein Hintergrundwissen von ihnen hatte: stammesgeschichtliche, physiologische, ethologische und tektonische Einzelheiten. Das ist im Grunde noch heute so.
Aber zu diesem Wissen trat über die Jahre ein neues hinzu: ein jegliches Denken und Schauen zur Trauerarbeit machendes Wissen von den großen anthropozentrischen Gefährdungen der Natur. Einem dunklen Schleier gleich, legt es sich allen um die Natur besorgten Menschen über die Schönheit von Landschaften, …“
Horst Stern, „Das Gewicht einer Feder“


Blick auf AlbernauBlick über Albernau und das Muldetal zum Auersberg

„Die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft ist zu bewahren“. In vielen Veröffentlichungen und Dokumenten, die sich in irgendeiner Weise mit Natur und Landschaft beschäftigen, beispielsweise auch in den Naturschutzgesetzen von Bund und Ländern, tauchen diese drei Substantive zur Charakterisierung von Natur und Landschaft auf, manchmal noch ergänzt durch den Faktor Erholungswert, der sich aber meistens fast wie von selbst einstellt, wenn wir eine vielfältige und schöne Landschaft vor uns haben. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter der Aufzählung dieser drei Worte, einer Wortzusammenstellung, die fast schon ein wenig zur Floskel geworden ist, die man bei passender Gelegenheit aus der Tasche zieht?
Beim Lesen dieser Broschüre werden Sie feststellen, dass es durchaus interessant sein kann, sich einmal etwas genauer mit diesen drei Begriffen zu beschäftigen. Nicht abstrakt und theoretisch natürlich, sondern am konkreten Beispiel des Mittelgebirges, in dem wir leben und das wir lieben, wenn wir einmal diesen viel strapazierten Begriff hier zu Rate ziehen dürfen. Man liebt Menschen, wenn auch wenige, Hunde, Katzen und vieles mehr. Ob man auch Landschaften lieben kann oder ob das wieder so eine Floskel ist, soll am Ende jeder für sich selbst entscheiden.
Was macht also die Vielfalt, Eigenart und Schönheit gerade des Erzgebirges aus, dieser Mittelgebirgslandschaft, die über viele Jahrhunderte Sachsen und Böhmen trennte und heute mitten im Herzen des vereinten Europas liegt? Wie und wo kann man die wesentlichsten Seiten dieses Landstrichs am besten erleben oder erfahren? Wie ist diese Landschaft zu der geworden, die sie heute ist? Diese Fragen sollen im Mittelpunkt der folgenden Ausführungen stehen, die wir natürlich nicht trocken servieren, sondern, wie im Erzgebirge üblich, mit besonders viel „Soße“ in Form von Fotos und Literaturzitaten von heute und aus längst vergangener Zeit. Wir wünschen viel Freude bei diesem Ausflug in das Einst und Jetzt einer Landschaft, ihrer Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt, Erzgebirge genannt, ein durchaus passender, vielsagender Name, der schon so manches über die Vergangenheit und den Charakter dieses Landstrichs verrät.