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Natur(a) im Erzgebirge

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Natur(a) im Erzgebirge

Das westliche Erzgebirge (ehemaliger Landkreis Aue-Schwarzenberg) im Detail

Johanngeorgenstadt

Johanngeorgenstadt

Zur Stadt Johanngeorgenstadt gehören neben dem Hauptort selbst folgende Ortsteile:
Jugel (Ober- und Unterjugel) »
Steinbach / Sauschwemme »

Naturbesonderheiten (Auswahl):

FFH-Gebiet „Erzgebirgskamm am Kleinen Kranichsee“ (Carlsfeld)
FFH-Gebiet „Mittelgebirgslandschaft bei Johanngeorgenstadt“
Vogelschutzgebiet „Westerzgebirge“ (siehe Eibenstock)
Naturschutzgebiet „Großer Kranichsee, Butterwegmoor und Henneberger Hang“
Naturschutzgebiet "Friedrichsheider Hochmoor" (Sosa)
Flächennaturdenkmal "Wiese Rote Grube" (Sosa)
Flächennaturdenkmal „Wiese Riesenberger Häuser“ (Sosa)
Flächennaturdenkmal "Wiese Hoffnung"
Flächennaturdenkmal „Wiese am Rehhübel“ (Oberwildenthal)
Flächennaturdenkmal
Naturdenkmal "Berg-Ahorn" in Oberjugel
Auersberg (siehe Eibenstock)
Teufelssteine (Steinbach)
Bergwiesen / Hauswiesen

Geeignete Themenwege:

Themenweg 10: „Am Erzgebirgskamm bei Jugel. Von Mooren und Wiesen und deren Bewohnern.“
Themenweg 11: „Steinbach und Umgebung. Ein Hauch von ‚Wildnis‘“.

Johanngeorgenstadt

Johanngeorgenstadt Pferdegöpel

Die Besiedlungxgeschichte von Johanngeorgenstadt ist eine ganz besondere und hängt sehr eng mit der Grenznähe zusammen, nämlich damit, dass nach dem Dreißigjährigen Krieg in Böhmen die dort verbliebenen Protestanten intensiv verfolgt wurden. Wenn sie ihren Glauben behalten wollten, dann blieb ihnen oft nur die Flucht. So erhielten 1654 einige Familien, vor allem aus der Bergstadt Platten, von Kurfürst Friedrich Georg I. die Erlaubnis, sich auf dem Fastenberg niederzulassen und das war sozusagen die offizielle Geburtsstunde von Johanngeorgenstadt. Die Stadtanlage erfolgte nach einem Plan des Schwarzenberger Schulmeisters Zacharias Georgi, in dem vergleichsweise wenig Rücksicht auf die örtlichen Geländerverhältnisse am Vorderen Fastenberg genommen wurde. 5 parallel zum Hang laufende Straßen und 6 steile Querstraßen waren vorgesehen und ein großes Viereck für den Markt. Am abgeholzten Fastenberg, am Rabenberg und am Schwarzwasser wurde den neuen Bewohnern Weide- und Ackerland zugewiesen. Die Stadt wuchs schnell und der Bergbau spielte dabei eine wesentliche Rolle. Bis ins 19. Jahrhundert hinein drängte sich Haus an Haus. Dann kam der große Stadtbrand von 1867, der bis euf einige Häuser im Randbereich die Stadt in Schutt und Asche legte. Das nächste Unglück ließ für die wieder aufgebaute Stadt nicht lange auf sich warten. Als 1945 der Uranbergbau durch die Wismut aufgenommen wurde, wurde die gesamte nördliche Altstadt einschließlich des Rathauses abgetragen, neue "Trabantenstadtteile" wie die Mittelstadt und Neustadt wurden aus dem Boden gestampft, alles keine Augeburten von Schönheit. Man sieht also, Johanngeorgenstadt war nicht unbedingt vom Glück verfolgt.

Jugel (Ober- und Unterjugel)

Oberjugel

Unterjugel

Jugel, gerne unterteilt in Unter- und Oberjugel, erstreckt sich an der deutsch-tschechischen Grenze vom Lehmergurn (708 m) bis zum Erzgebirgskamm (873 m).
Die Streusiedlung ist älter als Johanngeorgenstadt selbst, das ja erst im Jahr 1654 durch böhmische Exulanten entstanden ist, die von Kurfürst Johann Georg I die Erlaubnis erhalten hatten, eine Bergstadt zu gründen. Der Lehrer und Heimatforscher Siegfried Sieber (1885-1977) schreibt zur Entstehung von Oberjugel:
„In Oberjugel erbaute 1571 Glasmacher Sebastian PREISLER eine Glashütte und acht Wohnhäuser für sich und seine Arbeiter. Er bekam Holz für seinen Glasofen zugewiesen, dazu Land für Wiesen und Viehweide. Die Glashütte lieferte Scheibenglas, Kredenzgläser und Pokale. 1579 schickte sie Gläser an die Hofapotheke in Dresden. 1707 hörte ihre Produktion auf. 1723 waren schon keine Reste der Anlagen mehr vorhanden.“
Aber schon einige Jahre früher war man in Jugel zu Gange. Schon 1497 hatten Einwohner von Auerbach die Pechnutzung am Pechhöfer Bach, dem Grenzbach zu Böhmen, inne und auch verschiedene bergbauliche Aktivitäten werden im 16. Jahrhundert erwähnt.

Geblieben ist uns ein wunderbarer Ort, besonders im Frühsommer zur Wiesenblüte ist es einfach eine Pracht, was einem hier oben geboten wird. Großflächige Bergwiesen in teils noch hervorragender Qualität weit und breit, ein Anblick, wie er selten geworden ist und bei etwas älteren Semestern sofort Erinnerungen aus der Kinderzeit wach werden lässt, in der solche Bilder überall im Erzgebirge noch alltäglich waren. Eingestreut in die Wiesen die meist weit auseinander liegenden hübschen Anwesen, teils noch mit alten Laubbäumen umgeben. Wenig Verkehr. Fast eine Idylle.

Steinbach / Sauschwemme

Steinbach

Dass auch Steinbach mit einer Höhenlage von 800 m keine bäuerliche Ansiedlung darstellt, versteht sich von selbst. Der umfangreiche Bergbau im Areal um den Auersberg war die Ursache für die Entstehung der Streusiedlung im 16. Jahrhundert, die im Jahr 1951 Johanngeorgenstadt angegliedert wurde. Ackerbau spielte im Ort kaum eine Rolle, sondern die Grünlandwirtschaft war immer dominant. Die auffällig vielen Heuschuppen und Scheunen legen noch heute Zeugnis davon ab, auch wenn sie jetzt häufig anderen Zwecken dienen.
Ähnliches gilt für die noch etwas höher gelegene Ortschaft Sauschwemme, die 1845 unter die Verwaltung von Steinbach gestellt wurde.

Sauschwemme

FFH-Gebiet „Erzgebirgskamm am Kleinen Kranichsee“ / NSG "Kleiner Kranichsee, Butterwegmoor und Henneberger Hang"

Kleiner Kranichsee

Das FFH-Gebiet liegt zwischen 850 und 952 m ü. NN und ist 330 ha groß. Es besteht aus zwei Bereichen, dem 310 ha großen Komplex um den Kleinen Kranichsee, das Butterwegmoor und den Henneberger Hang, sowie der etwa 20 ha großen Offenlandfläche im Südosten von Oberjugel. Das gesamte Gebiet liegt in der Schutzzone I im Naturpark Erzgebirge/Vogtland.
Folgende FFH-Lebensraumtypen wurden festgestellt: trockene Heiden, artenreiche Borstgrasrasen, Berg-Mähwiesen, lebende Hochmoore, Übergangs- und Schwingrasenmoore, Bergkiefern-Moorwälder, Fichten-Moorwälder, montane Fichtenwälder.
Flächenmäßig dominiert der Wald, aber die eingestreuten halboffenen und offenen Bereiche machen das FFH-Gebiet ausgesprochen abwechslungsreich und interessant, aber natürlich auch zu einem Lebensraum für viele seltene und gefährdete Arten wie beispielsweise: Arnika, Langblättriger Sonnentau, Rosmarinheide, verschiedene Orchideen, Hochmoor-Mosaikjungfer, Hochmoor-Gelbling, Kreuzotter, Sperlingskauz, Rauhfußkauz.

Moorkiefer

„Es versteht sich von selbst, daß das Antlitz der Bäume das Klima spiegelt. Man braucht ja nur zu denken an die Latschen und Krüppelhölzer oben im Gebirge, die im entbehrungsreichen Leben allen Stolz aufgeben und als gräßliche Gespenster der Sorge daherkriechen, und daneben etwa an eine Lichtbuche, eine voll sich erfüllende reiche Mutter.“
Theodor Lessing (1872-1933)

Der Kleine Kranichsee ist natürlich auch im Winter schön, aber ausdrücklich empfohlen sei dessen Besuch in den Zeiten, in denen er nicht von Bergen von Schnee bedeckt ist, der die kleineren unter den Moorkiefern förmlich unter sich begraben hat. Erst dann kommt das Moor in seiner Einmaligkeit und Schönheit so richtig zur Geltung.
Ein Bohlenweg mit Aussichtsplattform führt in das Moor hinein und macht es bis zum Moorkern sichtbar, ein Anblick, der seine Wirkung nie verfehlt. Man hat bei uns nicht allzuviele Gelegenheiten, ein Stück weitgehend unberührte Natur so ausgebreitet vor sich liegen zu sehen.
Wir haben eines der besterhaltenen Kammmoore des Erzgebirges vor uns, das sich einschließlich Moorkern fast komplett auf deutscher Seite befindet. Es liegt um die 930 m ü. NN und wurde 1939 als Naturschutzgebiet (NSG) „Kleiner Kranichsee“ mit einer Größe von 29 ha unter Schutz gestellt. 2011 wurde das NSG um das Butterwegmoor und den Henneberger Hang und die dazwischen liegenden Bereiche auf 104 ha erweitert und heißt jetzt „Kleiner Kranichsee, Butterwegmoor und Henneberger Hang“.
Das Wasserscheidenmoor entwässert nach Süden zur Rolava / Rohlau (Einzugsgebiet der Ohre / Eger) und nach Norden über den Lehmergrundbach zum Schwarzwasser (Einzugsgebiet der Mulde).
Im Handbuch der Naturschutzgebiete der DDR aus dem Jahr 1974 wird der Kleine Kranichsee und seine nähere Umgebung noch als Zentrum des Auerhuhnvorkommens im oberen Westerzgebirge bezeichnet. Auch Birkhuhn, Alpenbirkenzeisig, Fichtenkreuzschnabel, Wiesenpieper, Rauhfußkauz, Sperlingskauz, Waldschnepfe und Bekassine werden genannt. Es ist schon deprimierend, feststellen zu müssen, dass selbst aus einem so hochwertigen Naturschutzgebiet mittlerweile wahrscheinlich vier dieser Arten, also fast die Hälfte, verschwunden sind: Auerhuhn, Birkhuhn, Wiesenpieper, Bekassine.

Henneberg

Unmittelbar am Kranichsee befindet sich die Gaststätte Henneberg, in der Sie sich nicht nur um Ihr leibliches Wohl kümmern, sondern auch die Schönheit der Natur genießen können. Und zwar in Form einer bemerkenswerten Schmetterlingssammlung, die während der warmen Jahreszeit dort zu sehen ist. Mit deren Hilfe können Sie auch den grazilen Moorbewohner bewundern, den Hochmoorgelbling. In freier Natur wird Ihnen das nur mit sehr viel Glück gelingen, denn er ist wahrlich eine Rarität.

Henneberger Hang

Mitten im finsteren Fichtenforst tut sich plötzlich völlig überraschend eine etwa 20 ha große Offenlandfläche auf, die eigentlich nicht hierher gehört und ihre Ursache darin findet, dass sich hier bis Ende der 1980er Jahre ein militärischer Übungsplatz befand: der Henneberger Hang. Das Areal, ein vielfältiges Mosaik aus Zwergstrauchheiden, Borstgrasrasen, kleinen Bergmähwiesen und Kleingewässern, hat sich zu einem ausgesprochen wertvollen Lebensraum für viele seltene, licht- und wärmebedürftige Pflanzen und Tiere entwickelt, die es sonst hier nicht gäbe. Weil das so bleiben soll, bedürfen die Flächen einer sorgfältigen Pflege, die zum großen Teil vom Naturschutzzentrum Erzgebirge durchgeführt wird. Nur dadurch wird es möglich, dass wir dieses Kleinod weiterhin bestaunen können und solche Arten wie Alpen-Flachbärlapp und Keulenbärlapp, Heiderötling, Kleine Goldschrecke, Bunter Grashüpfer, Großer Perlmuttfalter, Dukatenfalter, Braune Mosaikjungfer usw. auch in Zukunft hier oben eine Chance zum Leben bekommen. 

Eine ergreifende Beschreibung unserer Moore hinterlässt uns der Tannenberger Maler und Naturschützer Carl-Heinz Westenburger (1924-2008):
„Einzigartig sind die Hochmoore, so in unserem sächsischen und tschechischen Erzgebirge. Sie haben mich in ihren Bann gezogen. Erlebniswelten besonderer Art, mit ihrer geheimnisvollen Stille zu allen Jahreszeiten, dem Rauhreif auf der Haut der Moore und Tümpel im Winter. Die Gestalten der Krüppelkiefern, Zwergbirken – mit ihrem Goldbraun im Herbst, den Früchten der Krähen-, Trunkels- und Preiselbeere, den feinen Blütenglockenpolstern der Rosmarinheide, Sonnentau und Fettkraut, die vielartigen Torfmoose, dazwischen das Blutauge, alles Kleinoder der Moorbiotope. Der Farb- und Formenreichtum vieler Insekten, irisierende Farben und Schmetterlinge zur Belebung der vorherrschenden Grünpalette und der dunklen Torferde mit all den würzigen Harzdüften, dies ist die Faszination Hochmoor.“

Kleiner Kranichsee

FFH-Gebiet „Mittelgebirgslandschaft bei Johanngeorgenstadt“ / Naturschutzgebiet „Friedrichsheider Hochmoor“

FND "Riesenberger Häuser"

Das Gebiet ist 467 Hektar groß und besteht aus verschiedenen Wald- und Offenlandbereichen mit typischen Lebensräumen der Mittelgebirgslandschaft, darunter wertvolle, teilweise sehr artenreiche Bergwiesen, Borstgrasrasen und Heidebereiche, Moore verschiedener Ausprägung, Still- und Fließgewässer und natürlich verschiedene Waldgesellschaften wie Fichten-Buchenwäldern, montanen Fichtenwäldern sowie Fichten- und Kiefernmoorwäldern.
Das Gebiet ist recht zersplittert und besteht aus 6 Teilgebieten: Friedrichheide - Riesenberger Häuser, Hinterer Märzenberg - Rote Grube, Schwefelbach Oberlauf, Steinbach - Sauschwemme, Teufelssteine - Himmelfahrt, Wiesenhang am Külliggutweg.

Friedrichsheider Hochmoor

Im FFH-Gebiet befindet sich das Naturschutzgebiet „Friedrichsheider Hochmoor“, 19 Hektar groß, ausgewiesen im Jahr 1967, der Rest eines Wasserscheiden-Hochmoores mit intaktem Moorkern. Ein Kleinod im NSG ist ein ausgezeichnet ausgebildeter Spirken-Moorwald, einer der besten in Sachsen und somit von landesweiter Bedeutung. Zumindest dort könnte man, wenn man hineindürfte, einen Hauch von Wildnis erhaschen. Auch dieses Gebiet wurde zwar, wie könnte es anders sein, zum Teil abgetorft, etwa bis 1950, aber es hat sich doch sehr gut revitalisiert und dürfte wohl schon einigermaßen dem entsprechen, was wir von Natur aus vor uns hätten. Man will den Kernbereich in Ruhe lassen, was sehr zu begrüßen ist.
Außerdem befinden sich im FFH-Gebiet die Flächennaturdenkmale „Wiese Rote Grube“, „Wiese Riesenberger Häuser“, „Wiese Hoffnung“ und „Wiese am Rehhübel“. Im Westen überschneidet sich das FFH-Gebiet mit dem Vogelschutzgebiet „Westerzgebirge“.
Das Gebiet ist Lebensraum gefährdeter Arten wie Arnika, Wald-Läusekraut, verschiedene Torfmoose, Orchideen usw.

Teufelssteine

Ein Höhepunkt des Steinbachtales, das sicherlich zu den zauberhaftesten Tälern der Region zählt, sind natürlich die Teufelssteine, eine der eindrucksvollsten Felsformationen des Westerzgebirges, die maßgeblich zur Bekanntheit des Tales beitragen. Sie bestehen aus Eibenstocker Turmalingranit, aus dem Wasser und Frost bizarre Formen herausgearbeitet haben, die der Phantasie viel Raum geben.

Teufelssteine Steinbach

Naturdenkmal "Berg-Ahorn" in Oberjugel

Der Bergahorn ist in dieser Höhenlage ein für das Erzgebirge typischer Baum. Und welche Ausmaße er annehmen kann, zeigt uns dieses etwa 200 Jahre alte Prachtexemplar in Oberjugel. Seine mächtige Krone imponiert jedem, der an ihm vorbeischreitet und es bleibt zu hoffen, dass er uns noch viele Jahre erhalten bleibt und mit seinem wohltuenden Anblick erfreut.

Bergahorn Oberjugel

Bergwiesen / Hauswiesen

Oberjugel

In Johanngeorgenstadt, vor allem den Ortsteilen Oberjugel und Steinbach/Sauschwemme finden wir noch ware Kleinode von ihnen, den sogenannten Bergwiesen, hier oben vor allem in Form von Hauswiesen.
Noch vor wenigen Jahrzehnten wäre es niemandem eingefallen und die wenigsten konnten es sich leisten, auf die Nutzung der Hauswiesen zu verzichten. Wer die Möglichkeit hatte, hielt sich Nutztiere. Kühe, Ziegen, Schafe oder zumindest Hasen drängten sich in den Ställen und mussten versorgt werden, Tag für Tag. Und dazu dienten die Hauswiesen und sie wurden gehegt und gepflegt wie von alters her. Und wenn man auf Flächen stößt, auf denen diese althergebrachte Bewirtschaftung bis heute fortgeführt wurde, dann gehen einem die Augen über bei dieser Blütenpracht und bei diesem Gewiebel und Gewabel von Schmetterlingen und anderen Insekten, die sich in diesen Oasen um die Plätze streiten und diese schönsten aller „Blumensträuße“ noch bunter und abwechslungsreicher gestalten als sie ohnehin schon sind.
Aber diese Prachtstücke werden immer seltener. Zu wundern brauchen wir uns darüber eigentlich nicht, denn die private Haltung von Nutztieren ist stark zurückgegangen. Sie lohnt sich kaum noch und wird mehr oder weniger nur noch als Hobby betrieben. Außerdem brauchen Tiere ständige Betreuung, ein Umstand, der heutzutage in vielen Berufen zum Problem wird. Auch diejenigen, die aus traditionellen Gründen oder aus Freude am Anblick solcher Wiesen an deren Bewirtschaftung festhalten sind eher Ausnahmen. Also werden Sense und Rechen mehr und mehr durch Rasenmäher oder Rasentraktoren ersetzt. Die eher unaufdringlichen, ja fast angenehmen Geräusche beim Mähen, Wetzen und Dengeln machen nervtötenden Maschinengeräuschen Platz, die uns allen zur Genüge bekannt sind und jeden Versuch zu einem wohlverdienten Mittagsschläfchen zur Qual machen. Am traurigsten aber ist, dass das Leben verschwindet. Diese Einheitsrasen, die sich weit und breit durchgesetzt haben, auf denen jede Blüte eher als Störfaktor empfunden wird, sind im Grunde genommen Friedhöfe, in denen die einstige Blütenpracht, ein reichhaltiges Tierleben und unendlich viel Mühe der Vorfahren begraben liegen.
Freuen wir uns umso mehr und seien wir dankbar, wenn wir vor solch herrlichen „Relikten“ aus der Vergangenheit stehen dürfen wie hier in Jugel, Steeinbach oder Sauschwemme. In ihnen steckt eine Menge Arbeit, eine Menge Wissen, eine Menge Geduld, eine Menge Geschichte und Geschichten. Wir sollten Sie nicht weniger achten als beispielsweise ein gut erhaltenes historisches Gebäude.

Bergwies