Banner

Aktuelles | Veranstaltungen | Natur(a) im Erzgebirge | Natur(a)-Erlebnisweg | Themenwege | Ausstellung | Über diese Seite

Natur(a) im Erzgebirge

Das westliche Erzgebirge im Detail:

Aue »

Bad Schlema »

Bockau »

Breitenbrunn »

Eibenstock »

Grünhain-Beierfeld »

Johanngeorgenstadt »

Lauter-Bernsbach »

Lößnitz »

Raschau-Markersbach »

Schneeberg »

Schönheide »

Schwarzenberg »

Stützengrün »

Zschorlau »

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natur(a) im Erzgebirge

Das westliche Erzgebirge (ehemaliger Landkreis Aue-Schwarzenberg) im Detail

Grünhain-Beierfeld

Grünhain

Zur Stadt Grünhain-Beierfeld gehören folgende Ortsteile:
Grünhain »
Beierfeld »
Waschleithe »

Naturbesonderheiten (Auswahl):

FFH-Gebiet „Kuttenbach, Moosheide und Vordere Aue“
Landschaftsschutzgebiet "Oswaldtal"
Flächennaturdenkmal „Waldwiese im Oswaldtal“
Flächennaturdenkmal „Waldwiese am Viertelsteig“
Flächennaturdenkmal „Klosterwald“ in Grünhain
Naturdenkmal "Luthereiche"
Naturdenkmal "Roßkastanie"
Natur- und Wildpark Waschleithe
Spiegelwald

Geeignete Themenwege:

Grünhain

Grünhain

Grünhain ist eine alte Bauernsiedlung, im Windschatten des Spiegelwaldes auf einem Hochplateau gelegen fanden entlang des Fischbaches gegen 1200 deutsche Bauern geeignetes Gelände zur Ansiedlung. In seiner Waldhufenflur gehörten zu jedem der 72 Erbgüter ein Feld, ein Wiesenstück und ein Waldraum.
Auch die alte Salzstraße von Halle nach Böhmen führte hier vorüber und gabelte sich, von Lößnitz kommend, in den Preßnitzer Paß und den Rittersgrüner Paß.
Das entschiedende Ereignis für die Entwicklung von Grünhain und seiner Umgebung war aber sicherlich die Gründung des Zisterzienserklosters im Jahre 1233. Zehn Dörfer der Umgebung bildeten 1240 die Grundlage der Klosterherrschaft, zur Blütezeit waren es drei Städte und 56 Dörfer, zum Teil weit verstreut. Drei Jahrhunderte lang war dadurch Grünhein eine der wichtigsten Städte des Erzgebirges. Nur noch wenige Reste, zum Beispiel die äußere Bruchsteinmauer, sind vom ehemaligen Kloster erhalten geblieben.

Grünhain Kloster

Beierfeld

Beierfeld

Beierfeld steigt vom Schwarzwasser aus in einem Nebental zur Hochfläche des Spiegelwaldes auf. Zur Besiedlung, die man als exemplarisch für viele der damals gegründeten Dörfer in unserer Region bezeichnen kann, schreibt Gustav Beyer in seiner Chronik von Beierfeld 1923:
„Vergegenwärtigen wir uns nunmehr den eigentlichen Siedlungsvorgang. Nördlich von dem gleichzeitig gegründeten Sachsenfeld  wurde Beierfeld als ein Reihendorf  angelegt, wie dies bei Waldkolonisationen üblich war. Die Flur, welche von Natur durch den Dorfbach in zwei Hälften,  eine (von unten gesehen) linke = westliche und rechte = östliche zerfällt, wurde in ‘Langhufen’ zerlegt, in breite, bandförmige Stücke Nutzland, die unmittelbar von jedem Gehöfte aus nach der Gemarkungsgrenze hinliefen und alle Kulturarten: Garten, Feld, Wiese und Wald enthielten. Das ganze bäuerliche Anwesen war so ein geschlossenes, einheitliches Ganze (Waldsiedelhufe). Natürlich paßte  man sich im Gebirge dem Gelände an, so daß auch hier die Langhufen mannigfache Krümmungen aufweisen. Die jetzt nur noch ungefähr zu bestimmende ursprüngliche Größe der hießigen Hufen liegt zwischen 20-30 ha, demnach wurde hier die sogenannte halbe Königshufe, auch fränkische Hufe genannt, zu Grunde gelegt. Die hiesige Ortsflur umfaßte insgesamt 14 Hufen, wovon 8 auf der linken, westlichen, und 6 auf der rechten, östlichen Seite lagen. Hierzu kam noch Gemeindeland am untersten und am obersten Dorfende und die in der Mitte der linken Hälfte gelegene Kirchenhufe in der Größe einer halben Hufe. Die Gemeinde besaß natürlich auch den am Dorfbach sich hinziehenden Dorfanger mit der Dorfstraße.“
Beier liefert uns ein sehr anschauliches Bild und wir können uns gut vorstellen, wie der Ort vor langer Zeit aussah. Davon ist ebenso wie bei den meisten umliegenden Orten wenig übrig geblieben, bis auf einige landwirtschaftliche Flächen auf der Ostseite im mittleren Bereich des Ortes. Bergbau, Handwerk und Industrie und die damit verbundenen Ansiedlungen geben dem Ort ein völlig anderes Gepräge.

Waschleithe

Um die Entstehung von Waschleithe gibt es mancherlei Legenden, vieles liegt im Unklaren. Ob es von Bergarbeitern und Hüttenleuten gegründet wurde, oder ob vorher schon eine Bauernsiedlung bestand, wird sich wohl nicht mehr klären lassen. Von den Orten wieder verschwundenen Orten Holzinhain und Glasberg ist die Rede, die der Ursprung des Ortes gewesen sein sollen. Unmöglich ist das nicht, denn im Westen des Ortes findet man heute noch ein lockeres Reihendorf mit kleinen Hufen, das erfreulicherweise seinen ursprünglichen Charakter weitgehend beibehalten hat und von größeren Industrieansiedlungen verschont blieb. Nicht ohne Grund wird Waschleithe gerne aufgesucht, spielen Naherholung und Tourismus eine wesentliche Rolle, wozu natürlich auch das "Heimateck" und der Natur- und Wildpark wesentlich beitragen.

Waschleithe Dudelskirche

FFH-Gebiet „Kuttenbach, Moosheide und Vordere Aue“

Das FFH-Gebiet setzt sich, wie der Name schon verrät, aus drei Teilbereichen zusammen, von denen uns an dieser Stelle vor allem die Moosheide interessiert.
Die Moosheide liegt nördlich von Grünhain und was man sich vom Namen her vorstellt, das findet man dann auch, nämlich ein Gebiet, in dem man sich nasse Füße holen kann, mit Moorgesellschaften unterschiedlichster Art. Das „Moos“ dominiert, nicht nur in der Natur, auch in der Namensgebung. Es gibt den Moosbach, den Moosweg, selbst eine Gaststätte namens „Moosheide“ sucht man nicht vergebens. Wir finden vor allem schützenswerte montane Fichtenwälder, aber auch Berg-Mähwiesen und Borstgrasrasen.
Weiter gehören zum FFH-Gebiet das Kuttenbachgebiet zwischen Bernsbach und Lößnitz und die Vordere Aue in der Feldflur zwischen Lenkersdorf und Dittersdorf.

Naturdenkmal "Luthereiche"

Luthereiche Beierfeld

Sie bilden ein einmaliges Ensemble, die Luthereiche, die Peter-Pauls-Kirche und das Pfarrhaus von Beierfeld. Auf vielen Postkarten und Fotos werden sie festgehalten, denn sie suchen an Schönheit und vor allem an Alter ihres Gleichen bei uns. Die Kirche, oder besser deren Urform, wurde zwischen 1219 und 1230 erbaut und das heißt, dass man sich schon kurze Zeit nach der Besiedlung an den Bau der Kirche machte. Die Peter-Pauls-Kirche ist damit eine der ältesten im Erzgebirge.
Das Pfarrhaus soll zwischen 1554 und 1559 entstanden sein. Und in dieser Zeit könnte auch die Geburtsstunde der Luthereiche liegen. Man vermutet einen Zusammenhang mit historischen Ereignissen, beispielsweise der Einführung der Reformation in den Jahren 1529 oder 1539 oder dem Augsburger Religionsfrieden im Jahre 1555. Das muss aber nicht sein, auch ein Bezug zum Bau des Pfarrhauses könnte bestehen. Aber nicht nur ein schönes Fleckchen Erde hat man ihr ausgesucht, auch für erstklassige musikalische Unterhaltung wurde gesorgt, denn in der Peter-Pauls-Kirche übten hervorragende Musiker ihr Handwerk aus oder erlernten es dort. Als Beispiel sei nur Christian Gottlob Tag (1711-1771) und seine drei Söhne genannt. Christian Gottlob Tag amtierte von 1731 bis 1771 als Kantor und mit ihm begann eine Glanzzeit im Beierfelder Musikleben. Sein ältester Sohn Christian Gotthilf Tag (1735-1811) ist wohl einer der berühmtesten Söhne des Ortes und war viele Jahre als Kantor in Hohenstein-Ernstthal tätig. Seine Kirchenkantaten wurden in ganz Deutschland berühmt. Der jüngste Sohn Christian Gottlob Tag jun. (1749-1815) wurde der Nachfolger seines Vaters und bereicherte von 1771 bis 1815 das musikalische Leben in Beierfeld. Vielleicht hat auch das mit dazu beigetragen, dass die „alte Dame“ noch so rüstig ist. Fast fünf Jahrhunderte hat sie auf dem Buckel und ist noch kein bisschen müde. Mit einem Stammumfang von etwa 4,60 m, einer Höhe von ca. 25 m und einer Kronenbreite von ca. 16 m gehört diese Stieleiche zu den ältesten und stattlichsten Bäumen weit und breit.

Naturdenkmal "Roßkastanie"

Roßkastanie Beierfeld

Keine 100 Meter von der Luthereiche entfernt, an der Heinrich-Heine-Straße, finden wir eine ebenfalls als Naturdenkmal unter Schutz stehende Roßkastanie, deren Alter auf über 100 Jahre geschätzt wird. Dort befand sich früher der Gasthof „Zur Post“. Und so manches Ross wird der Kastanie für den wohltuenden Schatten unter ihrem dichten Blätterdach dankbar gewesen sein. Ihr Stammumfang beträgt ca. 2,50 m, die Höhe ca. 15 m und der Kronendurchmesser ca. 12 m.

Natur- und Wildpark Waschleithe

„Willst du einmal Rotwild sehn,
dann musst du in den Wildpark gehn.“
Verfasser unbekannt

Tierpark Waschleithe

Solche Verschen a la Wilhelm Busch oder Heinz Erhardt sind leider bei uns eher nicht zum Lachen sondern zum Weinen geeignet, denn es ist die bittere Wahrheit: In freier Wildbahn, wie man so schön sagt, bekommt man den König des Waldes, den Rothirsch, nicht mehr zu Gesicht. Selbst auf dem Kamm unseres schönen Gebirges ist, zumindest auf sächsischer Seite, sein lautes Röhren bei der Damenwahl kaum mehr zu hören. Und das nicht etwa, weil er vollgefressen oder sturzbesoffen den lieben langen Tag lang in irgendeiner Ecke liegt, sondern weil er bis auf einige versprengte Grüppchen und einige Einzelkämpfer dem Trommelfeuer der Jagbüchsen zum Opfer gefallen ist. Er wurde nämlich als ärgster Feind des Waldes ausgemacht, er bringt den Waldumbau und damit die Rettung des Weltklimas in Gefahr. Und so ist der einzig noch verbliebene Großsäuger unserer Wälder wie seit Jahrhunderten auch heute noch der Spielball der menschlichen Interessen, mal wird er aufgepäppelt, mal wird er zusammengeschossen, mal ist er die wertvolle Trophäe, mal ist er der fiese Waldschädling, je nachdem woher der Wind gerade am stärksten weht. Eine unendliche Tragödie, ein Ende ist nicht in Sicht. Soviel als Vorrede und Einstimmung.

Nun kann die Begegnung mit dem Tier in einem Tier- oder Wildpark den in freier Natur nicht ersetzen. Das gilt für den Rothirsch genauso wie für andere Arten. Es sind im Grunde genommen zwei verschiedene Welten. Aber man bekommt auf jeden Fall einen Eindruck davon, was für interessante Geschöpfe es sind und eine Ahnung davon, wie sehr sie unseren Respekt verdient haben.
Man gibt sich sehr viel Mühe in dieser kleinen aber feinen Anlage im wunderschönen Oswaldtal und man kommt dort unseren tierischen Mitbewohnern so nahe wie selten. Das gilt für die vorwiegend heimischen Wildtiere als auch für die Haustiere, von denen man sich in der Einrcihtung ein Bild machen kann. Zudem kann man eine Menge über unsere heimische Natur erfahren. Ein Besuch, bei dem Sie sich Zeit lassen sollten, lohnt sich allemal. Und nicht nur Wildtiere, auch Nutztiere bekommt man zu Gesicht und auch das ist ja keine Selbstverständlichkeit mehr in unseren Städten und Dörfern. Die lila Kuh lässt grüßen.

Tierpark Waschleithe

Spiegelwald

Der Spiegelwald ist ein 728 m hoher Berg zwischen Bernsbach, Grünhain und Beierfeld. Den Ausblick vom König-Albert-Turm, so umfassend wie selten, kann man guten Gewissens als grandios und einmalig bezeichnen. Das neue Informationszentrum „Multimediale Kulturlandschaft“  im Turm bietet interessante Möglichkeiten, sich über das Erzgebirge und das Böhmische Mittelgebirge kundig zu machen.

Spiegelwald