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Biologische Vielfalt im Westerzgebirge
Ausflug 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Biologische Vielfalt im Westerzgebirge

Ausflug 3: Am Gleesberg bei Aue
Von magischen Wäldern

Am Gleesberg bei Aue

Foto: Matthias Scheffler

Wie die meisten unserer Berge ist der Gleesberg im Gipfelbereich bewaldet, aber nicht nur mit reinen Fichtenwäldern, die gibt es zwar auch, aber in einigen Bereichen dominiert die Buche und sorgt zu allen Jahreszeiten für ein wechselndes Bild. Darunter finden sich, besonders am Südhang, einige gigantische Exemplare, die so beeindruckend sind, dass man sich wie gefesselt fühlt und sich nur schwer wieder von ihnen trennen kann. Hinzu kommen grandiose Felsbildungen, bei deren Anblick man der Phantasie einmal richtig freien Lauf lassen kann und aus dem Tal hört man das Rauschen des naturnahen Baches. Ein richtiger „Märchenwald“ also, wie man ihn selten findet.
Überhaupt überrascht der gesamte Auer Talkessel ganz ungewohnt für unsere Gegend mit großflächigen Buchenwäldern. Beispielsweise entlang des Ende des 16. Jahrhunderts angelegten Floßgrabens, der sich vom Rechenhaus bei Bockau bis nach Oberschlema erstreckt und ganz seinem Namen nach früher der Holzflößerei diente. Er erstreckt sich auf einer Länge von 15,3 Kilometern und überwindet dabei einen Höhenunterschied von zirka 70 Metern. An ihm entlang kann man wunderbare Wanderungen durch diese Wälder machen und sich so einen Vorgeschmack holen, wie, wenn alles gut geht, unsere Wälder der Zukunft in etwa aussehen könnten. Die Ursache übrigens, warum uns dort nicht wie gewohnt Fichten sondern Buchen über den Weg laufen, soll in der hohen Schadstoffbelastung des stark industrialisierten Auer Talkessels liegen. Man gab den Buchen bessere Chancen, im vernebelten „Tal des Todes“, wie es zu Wendezeiten manchmal genannt wurde, mit dem Leben davonzukommen. Wohl dem, denn man hatte offensichtlich recht. Und so erwartet einen im ehemaligen Tal des Todes mittlerweile eine wahre Menschenfreude, was sicher auch Brecht bestätigen würde, wenn er noch durch diese Wälder marschieren könnte, vorzugsweise auch im Herbst.

„Weiß du, was ein Wald ist?
Ist ein Wald etwa nur zehntausend Klafter Holz?
Oder ist er eine grüne Menschenfreude?“
Bertolt Brecht (1898-1956)

Am Gleesberg bei Aue

Foto: Matthias Scheffler