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Biologische Vielfalt im Westerzgebirge
Ausflug 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Biologische Vielfalt im Westerzgebirge

Ausflug 2: Die Lindenallee in Lößnitz
Von Linden soweit das Auge reicht

Lindenallee Lößnitz

Foto: Matthias Scheffler

Sie sind längst keine Selbstverständlichkeit mehr, schöne alte Alleen oder Baumreihen innerhalb der Orte oder auch in der freien Landschaft, in denen wir einige Minuten oder auch länger eine angenehme Zeit unter Bäumen verbringen können, ohne von Verkehrslärm oder anderen Widrigkeiten massiv gestört zu werden. Baumreihen und besonders die Alleen als eindrucksvolle Zeugnisse gemeinsamer Gestaltungskraft von Baum und Mensch sind nicht nur eine Augenweide für den Menschen und Orientierungspunkte in der Landschaft, wo es nie langweilig wird, sondern auch wichtige Nahrungsquellen, Lebensadern und Ausbreitungskorridore für die heimische Tierwelt. Die eindrucksvollste im Westerzgebirge ist, darüber besteht wohl kaum Zweifel, die Lindenallee in Lößnitz, die sich unweit des Stadtzentrums am Steinweg befindet und folgerichtig als  Flächennaturdenkmal unter Schutz steht. Es gehört zu den schönsten Erlebnissen, die man im Zusammenhang mit Bäumen im Erzgebirge haben kann, im Schatten der alten Baumgestalten zu wandern und das zu jeder Jahreszeit. Schon eine einzelne 200jährige Linde ist ja keine alltägliche Erscheinung, aber fast 200 um die 200 Jahre alte Linden, die auf einem kleinen Fleckchen Erde in Reih und Glied zusammenstehen, das hat schon absoluten Seltenheitswert. Die stärkste Linde hat mittlerweile über 4 m Umfang und die höchste Linde hat sich dem Himmel schon über 27 m genähert. Ganz nebenbei bemerkt ist dieser Baumbestand zur Zeit der Lindenblüte für Insekten ein wahres Eldorado.
Oft stellen Alleen auch wertvolle kulturhistorische Zeugnisse dar und ermöglichen einen Einblick in frühere Zeiten. Sie wurden aus den vielfältigsten Gründen angelegt und ihre Ursprünge gehen häufig weit zurück, auch bei der Lindenallee: Nämlich auf das Jahr 1792, in dem Fürst Otto Karl Friedrich von Schönburg-Hartenstein diese Zufahrtstraße nach Lößnitz beidseitig mit Linden bepflanzen ließ. Lößnitz war damals Verwaltungs- und Regierungssitz der Herrschaft Hartenstein und die Allee sozusagen Teil des Arbeitsweges von Fürst Otto, der seinen Wohnsitz im Schloss Hartenstein hatte. Wohl dem, dass Fürst Otto das Geld und die Macht hatte, seinen Arbeitsweg so schmuck herrichten zu lassen. Die Lindenallee war Bestandteil eines alten Handelsweges, auch schon zu Zeiten, als an die Linden noch lange nicht zu denken war. Selbst die Besiedlung unseres Gebirges lag noch in einiger Ferne, als sich auf dem sogenannten Preßnitzer Steig, einer der alten Salzstraßen, schon Händler durch unser Gebirge quälten. Sie brachten vorwiegend Salz, eine damals äußerst begehrte Ware, aus den Salinen von Halle bis in das ferne Prag.

Lindenallee Lößnizu

Foto: Matthias Scheffler