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Biologische Vielfalt im Westerzgebirge
Ausflug 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Biologische Vielfalt im Westerzgebirge

Ausflug 1: Besuch in Wildbach
Von Kirchen und ihren Bewohnern

Wildbach

Foto: Matthias Scheffler

Wildbach ist eines der ältesten und schönsten Dörfer im Westerzgebirge. Es erstreckt sich als ein zweireihiges Waldhufendorf entlang des gleichnamigen Dorfbaches, der in die Zwickauer Mulde mündet, in einer Höhenlage von um die 400 Meter am Gebirgsfuß des Westerzgebirges. Wildbach gehört nunmehr zur Großen Kreisstadt Aue-Bad Schlema, hat aber keinerlei Ähnlichkeit mit diesem dicht besiedelten „Ballungsraum“. Im Gegenteil, in unseren Augen ist Wildbach eine der wenigen Ortschaften in der Region, die ihren bäuerlichen Charakter noch einigermaßen bewahren konnten. Vor allem im unmittelbaren Umfeld der Wohnhäuser und Bauerngüter finden sich noch viele extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden, die durchaus noch mit einer bunten Vielfalt an Tieren und Pflanzen aufwarten können. Beachtenswert ist auch der vergleichsweise gute Bestand an alten Laubbäumen, obwohl auch hier in der jüngeren  Vergangenheit viele Veteranen, besonders Linden, der Säge zum Opfer gefallen sind bzw. aus kaum nachvollziehbaren Gründen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurden. Bilder, die einem regelrecht wehtun. Das Vogelkonzert ist abwechslungsreicher und in der Dämmerung umschwirren einen mehr Fledermäuse als in anderen Orten, wenn man das einmal an so einfachen, etwas pauschalen Aussagen festmachen darf. Natürlich nagt auch an Wildbach der Zahn der modernen Zeit mit ihrer Tendenz zur Vereinheitlichung und Monotonisierung.

Wildbach Pfarrhaus

Foto: Matthias Scheffler

Besonders sehenswert sind auch die Kirche und die umliegenden Gebäude, die sozusagen das kleine Zentrum von „Wildbach“ bilden. In einer erstaunlichen und kaum vorstellbaren Fleißarbeit haben einige Mitglieder der Kirchgemeinde dieses Kleinod, die Kirche,  renoviert. Hervorgehoben werden muss unbedingt die erstaunliche Toleranz und Rücksichtnahme den tierischen Bewohnern des Kirchgebäudes gegenüber. Dies sollte eigentlich für Kirchgemeinden eine Selbstverständlichkeit und Christenpflicht sein, ist es aber nicht, sondern im Gegenteil wohl eher eine seltene Ausnahme. Dohlen, Turmfalken, Mauersegler und Fledermäuse, um nur einige zu nennen, finden dort Asyl. Früher sogar Schleiereulen, die allerdings schon seit mehreren Jahrzehnten aus dem gesamten Westerzgebirge verschwunden sind. Aber wer weiß, vielleicht tut uns dieser faszinierende Eulenvogel ja angesichts der klimatischen Veränderungen und der harmloseren Winter den Gefallen und kehrt zu uns zurück. Aber dabei spielen noch andere Dinge eine Rolle. Falls die Schleiereule, die man im Erzgebirgsvorland durchaus noch antreffen kann, sich doch zu einer Rückkehr entschließen sollte, dann ist Wildbach vermutlich einer ihrer ersten Anlaufpunkte.

Schleiereule

Foto: Jan Gläßer