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Natur(a) im Erzgebirge

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Natur(a) im Erzgebirge

Das westliche Erzgebirge (ehemaliger Landkreis Aue-Schwarzenberg) im Detail

Aue

Aue

Naturbesonderheiten (Auswahl):

FFH-Gebiet "Muldetal bei Aue"
Gleesberg (siehe Schneeberg)
Zwickauer Mulde
Floßgraben

Geeignete Themenwege:

Aue

Schwarzwasser und Zwickauer Mulde, die beiden Hauptflüsse des westlichen Erzgebirges, haben sich tief in die Landschaft eingegraben und eindrucksvolle Täler herausgearbeitet. Der Auer Talkessel, wo sie sich in 350 m ü. NN vereinigen, ist nicht weniger eindrucksvoll.
Als Ursprung der Stadt gilt die Mönchsiedlung Klösterlein im 12. Jahrhundert, eine Ansiedlung der Augustiner-Chorherren, von der bis auf die Klosterkirche allerdings wenig übrig geblieben ist. Das ehemaligen Dorf "Awe", das etwa zur gleichen Zeit entstand, ereilte ein ähnliches Schicksal. Es ertreckte sich auf dem heutigen Kern der Stadt beiderseits der Mulde oberhalb vom Zufluß des Schwrzwassers und gehörte zur Herrschaft Schwarzenberg.
Aue entwickelte sich, auch auf Grund der vergleichsweise guten verkehrstechnischen Lage, ausgesprochen zügig zur Bergbau- und Industriestadt und wuchs recht schnell die steilen Hänge hinauf, die den Ort umgeben.

FFH-Gebiet „Muldetal bei Aue“

Mulde bei Bockau

Das FFH-Gebiet besteht aus zwei Teilgebieten an der Zwickauer Mulde, einem Abschnitt von Blauenthal bis Aue und einem von Schlema bis Wilkau-Haßlau. Geprägt wird das FFH-Gebiet zum einen durch seine Fließgewässer, vor allem natürlich durch die vergleichsweise wenig verbaute, naturnahe Zwickauer Mulde mit schönen Auenwäldern und ihrer typischen Flora und Fauna. Aber auch viele kleinere Bäche, zumeist von Wäldern umgeben, sorgen für Abwechslung.
Ein sehr wesentlicher Bestandteil des FFH-Gebietes ist allerdings auch das 89 Hektar große Naturschutzgebiet „Hartensteiner Wald“, das schon 1961 unter Schutz gestellt wurde. Es stellt den größten zusammenhängenden Komplex submontaner Eichen-Hainsimsen-Buchenwälder im unteren Westerzgebirge dar, wo beispielsweise Höhlenbrüter wie Hohltaube, Grauspecht, Schwarzspecht und Raufußkauz günstige Bedingungen vorfinden. Deutschland hat auf nationaler und europäischer Ebene besondere Verantwortung für den Erhalt von Buchenwäldern, weil etwa ein Viertel des weltweiten natürlichen Gesamtareals auf Deutschland entfällt.

Zwickauer Mulde

An vielen Stellen in Aue kann man die Zwickauer Mulde, zusammen mit der Freiberger Mulde der wichtigste Fluß des Erzgebirges, bewundern.
Die Freiberger und Zwickauer Mulde und ihre Nebenflüsse entwässern das Erzgebirge nach Norden hin. Sie treffen sich bei Grimma und münden bei Dessau in die Elbe. So erreicht der Fluss insgesamt eine Länge von 290 Kilometern und gilt als der am schnellsten fließende Fluss Mitteleuropas.

Mulde bei Hartenstein

Das Besondere an der Mulde ist wohl, dass sie trotz ihres Wasserreichtums und ihrer Breite nicht wie vergleichbare andere Flüsse schiffbar gemacht wurde. Die Ursache müssen wir darin suchen, dass sie und ihre Nebenflüsse im großen Maße zum Betreiben von Mühlen genutzt, in denen nicht nur Getreide gemahlen, sondern auch Erz aus dem Gebirge in Poch- und Hammerwerken verarbeitet wurde. Denn alle Anlagen, die mit Wasserrädern arbeiteten, wurden damals Mühlen genannt. Dazu wurde die Mulde seit dem Mittelalter an vielen Stellen durch Wehre angestaut.
Auch das Holz für die Erzverarbeitung kam aus den erzgebirgischen Wäldern und auch das wurde in der Mulde transportiert. Der Holzhunger war ungeheuer und es ist heute kaum noch vorstellbar, welche Massen von Stämmen, entweder einzeln oder zu Flößen zusammengebunden, den Fluss und seine Nebenflüsse hinabtrieben. Viele weitere Nutzungen, beispielsweise die Talsperren, kamen im Laufe der Zeit hinzu.
Von einem natürlichen Flusssystem kann also schon seit einigen Jahrhunderten bei der Mulde und ihren Nebenflüssen nicht mehr die Rede sein. Umso erfreulicher, dass, trotz der intensiven Nutzung zu allen Zeiten, unverbaute oder gering verbaute Abschnitte erhalten geblieben sind, die von naturnahen Auen begleitet werden und als FFH-Gebiete in das europäische Schutzgebietsnetz aufgenommen werden konnten. Sicher spielt dabei auch eine Rolle, dass der Fluss vor Vertiefungen verschont blieb und weitgehend in seinem natürlichen Bett fließen kann. Natürlich bleiben die vielen Wasserkraftwerke nicht ohne negative Auswirkungen, beispielsweise auf die Fischfauna. Besonders bei Niedrigwasser sind trocken gefallene Flussabschnitte keine Seltenheit. Hier gibt es immer wieder große Konflikte.

Floßgraben

Floßgraben bei Bockau

Eine der attraktivsten Möglichkeiten, an der Zwickauer Mulde entlang zu wandern, bietet der Wanderweg am Floßgraben zwischen Bockau und Aue. Ab dem Rechenhaus begleitet der Floßgraben die Mulde ein Stück auf ihrem Weg Richtung Ostsee, fließt nicht schnurgerade wie ein moderner Kanal, sondern schlängelt sich wie seine große Schwester durch die Landschaft und macht schöne Bögen, denn zum Glück hatte man noch nicht die technischen Möglichkeiten wie heute, als man dieses Meisterwerk der Wasserbaukunst in den Jahren von 1556 bis 1559 erbaute. Ganz gemächlich und besonnen fließen sie für gewöhnlich dahin, sie lassen sich Zeit und das überträgt sich auf einen selbst und man schaut bewusster in seine Umwelt als sonst, und so kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus über die abwechslungsreiche und eigenwillige Mischung aus Wasser und Wiese und Wald, die eindrucksvollen Felsbildungen und eigenwilligen Baumgestalten, die den Weg begleiten und von der ein ganz besonderer Reiz ausgeht. Zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter begegnet man da wunderbaren Bildern, die darin zu wetteifern scheinen, sich an Schönheit gegenseitig zu überbieten und der Phantasie reichhaltige Nahrung zu liefern.
Eine Besonderheit stellt die ungewöhnlich gut erhaltene Population an Feuersalamandern dar, die sich besonders im Bereich des Gleesbergs am Floßgraben erhalten hat. Diesem mittlere sehr seltenen und vom Aussterben bedrohren Reptil kann man doret durchaus noch begegnen. Dort geben besonders im Herbst die herrlichen Buchenwälder ein eindrucksvolles Bild ab und machen den Spaziergang am Floßgraben zu einem unvergessenen Erlebnis.

Floßgraben am Gleesberg